Peterskirche

in Wien, September 2023

Die Rektoratskirche St. Peter ist eine römisch-katholische Kirche im 1. Wiener Gemeindebezirk Innere Stadt. Das heutige Kirchengebäude ersetzt ein früheres Gotteshaus; es wurde 1733 vollendet, geweiht und gehört zur Erzdiözese Wien. Die seelsorgliche Betreuung der Peterskirche hat der Wiener Erzbischof Kardinal König 1970 den Priestern des Opus Dei übertragen.

 Peterskirche in Wien, September 2023

Die Peterskirche befindet sich auf dem Petersplatz, unmittelbar neben dem Graben, unweit nordöstlich der Pestsäule. Dort durchschneidet die Habsburgergasse die Graben-Fußgängerzone (danach Jungferngasse) und führt direkt auf die Hauptfassade der Kirche zu.

Kaiser Leopolds I. initiierte um 1701 einen Kirchenneubau. Die alte Peterskirche, die nach mehrhundertjähriger Nutzung ziemlich verfallen war, wurde abgerissen und der umliegende Friedhof aufgelassen und freigeräumt. Im Jahr 1702 war die Bauplanung beendet und mit der Grundsteinlegung begann der Bau nicht genau am Standort des Vorgängerbaus. Gabriele Montani leitete die Bauarbeiten der neuen Peterskirche. Ab 1703 setzte Johann Lucas von Hildebrandt den Bau nach verändertem Plan fort und 1708 war das Gotteshaus im Rohbau vollendet. Ihr Bauführer war Franz Jänggl, auch Baumeister Francesco Martinelli und Christian Oettl waren laut erhaltener Inschriften im Kuppelknauf an den Planungen und Bauarbeiten beteiligt. Die Steinmetzarbeiten wurden dem Wiener Meister Johann Carl Trumler übertragen, der den erforderlichen harten Kaiserstein, unter anderem für den umlaufenden Sockel, aus dem kaiserlichen Steinbruch dafür bezog.

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Joachim Georg Schwandtner, Superintendent der Erzbruderschaft der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, stiftete einen Portalvorbau, der 1751–1753 nach Plänen von Andrea Altomonte aus Gutensteiner Marmor angebaut wurde. Die figurale Gestaltung führte Franz Kohl aus, die Steinmetzarbeiten, wie die Stufensteine aus Kaisersteinbruch, lieferte Meister Johann Michael Strickner. Die Ausstattung im Portalvorbau umfasste unter anderem: die Statuen Glaube, Hoffnung und Liebe, Engelfiguren mit Tiara und Schlüssel als Ausdruck der päpstlichen Souveränität, etliche Reliefs mit Darstellungen aus dem Leben Petri. Das Hauptportal beeindruckt mit reichem Schnitzwerk und schönen Beschlägen samt einer Inschrift, die an das kaiserliche Pestgelübde erinnert.

Das Rokoko-Portal wurde von Andrea Altomonte entworfen und durch eine Stiftung des Superintendenten der Drefaltigkeitsbruderschaft, Joachim Georg Schwandtner (Grabmal in der Kirche, links im Presbyterium) ausgeführt. Auf dem Dach sind die drei theologischen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe als Bleistatuen (von Franz Kohl, inspiriert von Figurenerfindungen von Georg Raphael Donner) dargestellt.

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Die Bauarbeiten zogen sich noch bis 1722 hin, erst zu diesem Zeitpunkt war der Bau größtenteils abgeschlossen. Die Kirchweihe des kompletten Hauses konnte jedoch erst am 17. Mai 1733 durch Kardinal Graf Sigismund Kollonitsch in einem Gottesdienst gefeiert werden. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Bau 175.000 Gulden gekostet. In Umsetzung der kirchlichen Reformen unter Kaiser Joseph II. wurde die Petersgemeinde 1783 zur Pfarre erhoben, aber die Dreifaltigkeitsbruderschaft wurde aufgehoben und ihr Vermögen eingezogen. Seit 1976 ist die frühere Pfarre eine Rektoratskirche.

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Die neue Kirche war der erste Kuppelbau des barocken Wien; die Höhe der Kuppel beträgt 56 m.[3] Das Sakralgebäude ist sehr kompakt. Den Kuppelraum und das Innere hatten Matthias Steinl und Michael Rottmayr gestaltet. Die Freskenausstattung hatte Andrea Pozzo begonnen, doch seine Ausmalungen ließ die Kirchengemeinde nach seinem Tod wieder entfernen, sodass Rottmayr 1713 mit einem völlig neuen Programm beginnen konnte. Im Laufe der Jahre ist die Wandbemalung stetig nachgedunkelt, was dem Innenraum ein düsteres Aussehen verlieh.

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Die Franz-v.-Sales-Kapelle wurde von Wiener Savoyarden gestiftet, was sich aus den Statuen von drei der vier Heiligen (Mauritius, Amadeus, Liborius) schließen lässt. Bis zur Restaurierung 2004 trugen diese Statuen die Namen lokaler Heiliger: Georg, Wenzel (Böhmen) und Wolfgang. Der vierte Heilige ist der hl. Nikolaus (hier nicht sichtbar). Das Altarbild – die Erweckung eines toten Knaben durch den hl. Franz – stammt von J. Rottmayr, wie auch die Deckenfresken. Das Vorsatzbild (Herz Jesu) ist von Leopold Kupelwieser.

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Die Sebastian-Kapelle ist die linke grosse Seitenkapelle: Das Altarblatt (Martyrium des hl. Sebastian) hat Anton Schoonjans gemalt, die Deckenfresken schuf J. M. Rottmayr, das Bild über dem Tabernakel ist eine Kopie des bekannten Gnadenbildes Mariahilf (von Franz S. Rosenstingl). Die Heiligen aus weissen Stein sind Leopold, Karl Borromäus, Rochus (beide Pestheilige) und König Ludwig von Frankreich. Das Vorsatzbild zeigt Maria Hilf.

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Der Innenraum verfügt über einen ovalen Grundriss, wodurch keine sonst üblichen Seitenschiffe und kein Hauptschiff entstanden. Kleine Emporen ziehen sich an den Wänden herum. Die Nutzfläche des Saales wird durch rechteckige Anbauten vergrößert.

Der Altarraum, der vom Grundrissoval abgeht, hat eine rechteckige Fläche, hier sind fünf farbige Spitzbogenfenster eingebaut. Links vom Altarraum (gesehen im Inneren) befindet sich die Sakristei, rechts davon ist der Zugang zur Krypta angeordnet. Sechs Nischen sind im Oval abgetrennt, in denen weitere Nebenaltäre untergebracht sind. Über den Nischen befinden sich Emporen mit fein ausgearbeiteten Balustraden.

Der Fußboden ist schachbrettartig mit beigen und braunen Fliesen ausgelegt, unmittelbar vor dem Altarraum liegt darauf noch ein gemusterter Teppich.

Die hölzernen Bankreihen sind in Vierergruppen im ovalen Raum aufgestellt, längs und quer gibt es jeweils Durchgänge, an denen Einzelstühle mit reichem Schnitzwerk stehen. Die Bänke verfügen über geschnitzte Wangen oder Puttenköpfen und die Rückseite der jeweils letzten Reihe ist durchgehend mit geschnitzten Ornamenten verziert. Somit ergeben sich Plätze für knapp 400 Kirchenbesucher im Parterre, hinzu kommen Sitzgelegenheiten in den Emporen.[

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Das Wappen Kaiser Leopolds I. mit der Devise „Consilio et industria (durch Besonnenheit und Fleiß)" ist im Kuppelbogen über dem Volksaltar zu sehen.

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Über dem Eingang der Kirche erhebt sich die Orgelempore. Brüstung, Gitter im Rokoko-Stil und die Orgelpfeifen (2175 Pfeifen, 3 Manuale, 34 Stimmen) sind reich verziert. Das Gesamtkonzept der Orgel sowie auch der Bänke stammt von Matthias Steinl.

Die heutige Orgel wurde 1903 in der Orgelbauwerkstatt des Franz Josef Swoboda erbaut, das Orgelgehäuse stammt von Gottfried Sonnholz noch aus der frühen Bauzeit des Gotteshauses aus dem Jahr 1751. Das Kippventilladen-Instrument hat 34 Register auf drei Manualen und Pedal. Die Spiel- und Registertrakturen sind pneumatisch.

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Der runde Kanzelkorb ist wohl aus Speckstein gearbeitet, ihm sind vergoldete Reliefs und Putten angefügt. Auf dem Schalldeckel befindet sich eine vergoldete Kreuzigungsgruppe. Die Kanzel links neben dem Presbyterium ist von Matthias Steinl entworfen: Vorne auf der Brüstung der 12-jährige Jesus im Tempel lehrend, auf dem Schalldeckel eine Dreifaltigkeitsdarstellung.

Kapelle der heiligen Familie​ zeigt im Altarbild (von Martino Altomonte) den hl. Josef mit dem Jesuskind, links davon sitzend Maria, im Vordergrund die Eltern der Gottesmutter, die hll. Joachim und Anna. Die Statuen des Zacharias und der Elisabeth mit dem kleinen Johannes dem Täufer ergänzen die Familie. Im Vorsatzbild der hl. Josefmaria Escrivá, Gründer des Opus Dei. Unter der Altarmensa im gläsernen Sargschrein die Leiche des Katakombenmärtyrers Donatus.

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Johannes von Nepomuk - Altar: Rechts beim Presbyterium wurde 1729 anläßlich der Heiligsprechung des Heiligen erreichtet. Er stammt von Lorenzo Mattielli (Holz, vergoldet) und stellt das Martyrium des hl. Johannes Nepomuk dar. Darüber schwebt die Muttergottes von Bunzlau, wo der Heilige Pfarrer war. Ein Engel hält ihm die Palme des Martyriums entgegen. Die fünf Sterne im Wasser sind Symbol für das lateinische Wort TACUI (ich habe geschwiegen).

Rechts die Michaels - Kapelle, Im grossen Altarblatt (vom Wiener Schmidt): Der hl. Erzengel Michael als Sieger über die gefallenen Engel, lnks und rechts die Statuen der hl. Gabriel und hl. Raphael. Das Vorsatzbild ist eine Kopie des Gnadenbildes der Mutter vom Guten Rat, ein Geschenk von Papst Leo XIII. Der Katakombenheilige im Schrein ist der hl. Benediktus. Das Vorsatzbild: Maria, Mutter vom Guten Rat.

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Der Altarraum ist gegenüber dem Kirchensaal um eine Stufe erhöht. Hier dominiert der Hochaltar, zu dem ein Altartisch mit Predella gehört, die von einem Bildnis des Kirchenpatrons, dem Heiligen Petrus, geschmückt wird. In der Apsis befindet sich zudem ein mehrere Meter hohes Wandbild mit Szenen aus der Bibel. Rechts und links auf dem Altartisch stehen kleine weiße Marmorfiguren.

Der Hochaltar wurde von Antonio Galli-Bibiena entworfen: Zentral ist das große Altarblatt (von Martino Altomonte) mit der Heilung des Lahmen an der Schönen Tempelpforte in Jerusalem durch die Apostel Petrus und Johannes, flankiert von jeweils drei mächtigen Säulen. Über dem Tabernakel die Immakulata von Leopold Kupelwieser (1836), die den darüberstehenden Gnadenstuhl aus dem 15. Jahrhundert teilweise verdeckt. Auf halber Höhe des Presbyteriums befinden sich links und rechts die Kaiseroratorien. Über dem Hochaltarbild das Bild im Auszug: Es stellt die Verehrung des Gottesnamens JAHWE dar.

Der Hochaltar stammt von Antonio Galli da Bibiena (Aufbau) und Martino Altomonte (Altarbild).

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 Die Barbara-Kapelle stellt im Altarbild (von Franz Karl Remp) das Martyrium der hl. Barbara dar, flankiert von den Statuen der hll. Klara von Assisi und Theresia von Avila. Im Vorsatzbild der hl. Expeditus. Das Gesamtkonzept sowie das Deckenfresko stammen von Matthias Steinl.

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Die Antonius-Kapelle​ zeigt im Altarbild die Vision des hl. Antonius von Padua vor der Gottesmutter und dem Jesuskind. Es stammt von M. Altomonte. Links der hl. Johannes Ev, rechts der hl. Jakobus. Das Vorsatzbild ist eine Herz-Mariä-Darstellung von L. Kupelwieser.

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Die Innenkuppel wird von einem großen Deckengemälde mit Personen und Szenen aus der Christenheit beherrscht. In den Kuppelseiten sind vier Okuli mit nichtfarbigen runden Sprossenfenstern eingearbeitet. Der oberste Kuppelbereich trägt die Darstellung des heiligen Geistes Taube im Strahlenkranz.

Das Kuppelfresko wurde von Johann Michael Rottmayr in zwei Jahren (1713-14) fast alleine gemalt. Hauptthema ist die Krönung Mariens durch Gottvater und Gottsohn, der Hl. Geist schwebt darüber in der Laterne. Rundherum die Apostel, bekannte Heilige und Gestalten aus dem Alten Testament, die drei Erzengel und überall viele Engel.

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Unter der Orgelempore befinden sich Fresken von A. Galli-Bibiena aus dem Leben des hl. Petrus. Hier: Jesus befiehlt Petrus, über das Meer zu gehen.

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Das Relief Karls des Großen​ von Rudolf Weyr ist aus Marmor und befindet sich seit 1906 an der rechten Aussenseite (Ostseite) der Kirche: Es zeigt die legendäre Gründung der Peterskirche durch Kaiser Karl den Großen.

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Ansicht der Peterskirche vom Graben bei Tag und Nacht.

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