Theodor Kery WP 2/3, A-2491 Neufeld/L.
+43/2624/54014 - office@websteiner.com
Monschau ist eine Stadt im Westen Deutschlands, nahe der belgischen Grenze. Sie ist für ihr mittelalterliches Zentrum mit Fachwerkhäusern und engen Kopfsteinpflasterstraßen bekannt. Die Burg Monschau thront mit ihren Türmen über der Stadt und ist ein Veranstaltungsort für Open-Air-Konzerte. Das Rote Haus, ein 1752 erbautes Wohnhaus eines wohlhabenden Tuchfabrikanten, enthält luxuriöse antike Möbel und eine mit Schnitzereien versehene Wendeltreppe aus Eichenholz. Unweit der Stadt befindet sich der Nationalpark Eifel mit Wanderwegen.

Laufenstraße in Monschau bei Im Städtchen

Haus Troistorff an der Laufenstraße in Monschau, Deutschland
Repräsentatives Wohnhaus eines wohlhabenden Monschauer Tuchmachers,
erbaut Ende des 19. Jahrunderts. Heute befinden sich ein Kunst- und
Kulturverein und ein standesamtlicher Raum in dem Gebäude. Eine schöne
Idee ist der sehenswerte Hochzeitsbaum vor dem Haus. Die Brautleute
konnten ihre Hochzeitsdaten auf den Glasblättern des Baumes
eingravieren lassen. Jetzt, wo alle Blätter belegt sind, ist der
Eintrag in ein Hochzeitsbuch im Hause möglich.

Laufenbachbrücke am Holzmarkt in Monschau

Museum Rotes Haus Monschau
Palais aus den 1760er-Jahren mit roter Fassade und Ausstellung mit Rokokomöbeln, Tafelsilber und Portraits.
Das Rote Haus ist ein Geschichtszeugnis der Wolltuchproduktion in
Monschau. 1760 ließ der Tuchmacher Johann Heinrich Scheibler das
Gebäude als repräsentatives Wohnhaus mit dem Eingang „Zum goldenen
Helm" und zugleich als Handels- und Produktionszentrale mit dem Eingang
„Zum Pelikan" errichten. Heute zeigt das Museum die großbürgerliche
Wohnkultur des 18. und 19. Jahrhunderts und bietet mit einer modernen
Ausstellung Einblicke in das große handwerkliche Können und die
Produkte der Wolltuchmanufakturen jener Zeit.

Im 18. Jahrhundert war Monschau eine in ganz Europa berühmte
Tuchmacherstadt. Hier wurden feine Wollstoffe produziert. Hunderte von
Menschen waren in der Stadt und der Umgebung mit der Wollverarbeitung
beschäftigt. Noch heute kann man im Ort Spuren der Tuchproduktion
finden.
Das Rote Haus ist ein imposantes Denkmal dieser Zeit. Es wurde um 1760
von dem Tuchmacher Johann Heinrich Scheibler als Wohn- und
Geschäftshaus erbaut. Die ge-trennten Hauseingänge „Zum goldenen Helm"
und Zum Pelikan" erklären sich aus diesen beiden Nutzungen. Bis in die
1830er Jahre war das Gebäude sowohl Wohnsitz als auch Produktionsstätte
und Handelshaus von drei Generationen der Familie Scheibler.

Prunkstück der Eingangshalle ist die über drei Etagen freitragend
gebaute Treppe aus Eichenholz. Blickt man durch das offene Treppenauge
nach oben, lässt sich ihre kühne Konstruktion verfolgen. Die
kunstvollen Schnitzereien weisen typische Motive des Rokoko-Stils auf.
Umrankt von Zierwerk sind im Geländer kleine Kinderfiguren zu sehen,
sogenannte Putti. Im Innenlauf stellen sie symbolisch die vier
Jahreszeiten, Tageszeiten und Elemente dar.
Im Außenlauf aber - und das ist außergewöhnlich - vermitteln sie die
einzelnen Arbeitsschritte der Wolltuchherstellung: Vom Hüten der Schafe
bis zum Verladen des fertigen Tuchballens. Voller Stolz präsentiert
hier der Bauherr sein Gewerbe, seine detaillierten Kenntnisse der
Vorgänge und die Grundlage seines Erfolges.

HERRENZIMMER
Typischerweise ausgestattet mit dunklen Möbeln, einem Schreibtisch und
bequemen Sitzgelegenheiten diente der Raum dem Hausherrn als
Arbeitszimmer. Nach dem Essen zogen sich die Männer hierher zurück, um
beim Konsum von Tabak und Alkohol gesellschaftliche Themen zu
diskutieren. Auch Geschäftspartner wurden hier empfangen.
Die beiden Bronzebüsten rechts auf den Kommoden zeigen das
Stifterehepaar Hans Carl Scheibler und Lotte geborene Müller. Hans Carl
Scheibler betrieb seit 1920 in Köln die Chemische Fabrik Kalk seines
Vaters. Dem intensiven Engagement seiner Frau Lotte verdanken wir heute
die Zusammenstellung der historischen Inneneinrichtung.

Blickfang im Raum ist die Leinwandtapete der Wände. Sie zeigt eine
Illusionsmalerei. 73 Kopien von Bildern alter Meister sind mit Rahmen
so aufgemalt, als wären sie im Original vorhanden. Leinwandtapeten
waren damals eine beliebte Wanddekoration und zeigten meist
idealisierte Landschaften. Ein fiktives Bilderkabinett in dieser Form
ist aber einzigartig und gehört mit zu den Besonderheiten des Roten
Hauses. Unter den 73 Gemälden finden sich Vorlagen von Tizian,
Rembrandt, van Ruisdael, Rosalba Carriera und Angelika Kauffmann.

Das prunkvolle Esszimmer ist im Louis-seize-Stil eingerichtet. Dieser
Einrichtungs-Stil ist nach dem französischen König Ludwig XVI benannt
und umfasst den Zeitraum von etwa 1770 bis 1795. Er orientiert sich am
französischen Modestil des Adels und reichen Bürgertums.
Charakteristisch sind symmetrische Formen mit dezenten Ranken- und
Blumen-Ornamenten in Girlandenform. So könnten die Wohnräume des Roten
Hauses kurz nach Beginn ihrer Nutzung eingerichtet gewesen sein.
Die dunkelgrüne Wandbespannung mit Blumenmotiven wurde nach gefundenen
Tapetenresten aus dem Jahr 1770 rekonstruiert. Hinter der kleinen
Holztür in der Wand links in der Ecke befindet sich ein Speiseaufzug
zur darunterliegenden Küche.

Geschmückt wird das Zimmer mit Porträts von Mitgliedern der Familie
Scheibler. Auf dem Tisch sieht man festliches Geschirr. Carl Scheibler
und seine Frau Lilla ließen sich das Service anlässlich
ihrer Silberhochzeit 1909 bei der Firma Richard Ginori in Mailand für
100 Personen anfertigen. Jedes Teil zeigt das Wappen der Familie
Scheibler und derer von Mallinckrodt, einer Kaufmannsfamilie aus dem
Dortmunder Raum.

Die Küche des Hauses war das Reich der Bediensteten,
vor allem der Küchenmädchen und Köchinnen. Es war auch der wärmste Raum
des Hauses, weil das Feuer im großen, offenen Kamin nicht ausgehen
durfte. Da Kochherde erst im Laufe des 19. Jahrhunderts in der Eifel
üblich wurden, kochte man bis dahin über dem offenen Feuer und hielt
dort warmes Wasser bereit. Die Herdstelle ist repräsentativ mit
Blaustein eingefasst. Hinter dem Feuerbereich ist eine große
Eisengussplatte mit dem Scheibler-Wappen angebracht. Sie speicherte die
Wärme des Feuers und gab sie in den Raum zurück. Die Tür des
Speiseaufzugs zum Esszimmer findet sich rechts neben dem Kamin in der
Ecke. Eine Bodenklappe führte zu einem Kanal im Kellergeschoss.
Vielleicht diente sie der Müllentsorgung.

Auf dem Tisch vor dem Fenster fällt die T-förmige Hasenbratpfanne aus
Ton ins Auge. Vor dem Braten wurden die Hinterläufe des Hasen mit dem
Muskelfleisch abgetrennt und im oberen Teil platziert, der Rest unten.
So verteilte sich die Hitze gleichmäßiger. Diese Pfanne macht deutlich,
dass Wild recht häufig auf dem Speiseplan des Groß-bürgertums stand.
War früher die Jagd das Privileg des Adels gewesen, so gingen nun auch
die Fabrikanten auf die Jagd. Dazu boten die Eifelwälder und das Hohe
Venn mit reichlich Wild gute Möglichkeiten. Wilhelm Scheibler besaß
sogar ein eigenes Jagdhaus, das heutige Gut Ternell im Hohen Venn.
HASENBRATPFANNE AUS ΤΟΝ, HÖHR - GRENZHAUSEN (KANNEBÄCKER - LAND)

Die vielen blank polierten Küchengefäße aus Messing und Kupfer konnten sich nur reiche Haushalte leisten.

Im Winkel unter der großen Treppe befindet sich eine Toilette. Im 18.
Jahrhundert war eine solche Einrichtung eine große Seltenheit in
Privathäusern, ebenso wie das beigestellte Handwaschbecken aus Kupfer.

Die heutige Einrichtung verdanken wir späteren Generationen der
Familie, die das Haus ab 1909 von Köln aus als Feriendomizil nutzten.
Sie stellten die Einrichtung aus Familienerbstücken und aus dem
Kunsthandel zusammen.
1963 entschied sich die Familie, gemeinsam mit dem Landschaftsverband
Rheinland das Rote Haus in eine private Stiftung umzuwandeln. Ziel der
Stiftung ist es, dieses Denkmal für die Zukunft zu erhalten, es als
Museum auszubauen und der Öffentlichkeit zu präsentieren. Im Museum
Rotes Haus erhalten Sie einen Einblick in die Wohnkultur der
Industriellenfamilie und erfahren, wie Wolltuche in Monschau im 18.
Jahrhundert produziert wurden.
Im ersten Obergeschoss befinden sich Wohnräume und ein Festsaal. Über
ihre ursprüngliche Nutzung ist wenig bekannt. Sie wurden erst im Laufe
der Zeit in der jetzigen Art eingerichtet. Bevor Sie die Zimmer
betreten, schauen Sie doch auf die Gemälde oberhalb der Türen, die mit
den Türrahmen verbunden sind. Sie zeigen einen träumenden Schäfer und
junge Paare, die die Jahreszeiten symbolisieren sollen. Die Gemälde
wurden erst 1911 durch die Düsseldorfer Malerin Sophie Meyer geschaffen
und sind Motiven aus dem 18. Jahrhundert nachempfunden.

BLAUER SALON
Im Blauen Salon fällt der offene Kamin aus rotem Marmor auf. Neben ihm
ist ein Durchgang zum Nachbarzimmer. Da das Treppenhaus nicht geheizt
wurde, konnte man so die Räume wechseln, ohne die Tür zum kalten Flur
zu öffnen. Über dem Kaminspiegel befindet sich ein Gemälde in
Schwarz-Weiß-Tönen in einer Technik, die Steinreliefs nachahmt. Solche
Bilder waren unter anderem in der Barockzeit zur Ausschmückung
evangelischer Kirchen beliebt. Die Familie Scheibler war übrigens wie
alle Monschauer Feintuchfabrikanten protestantischen Glaubens und weist
eine lange Ahnenreihe herausragender Theologen auf.

Auf dem Tisch steht eine Kaffeekanne, eine sogenannte bergische
„Dröppelmina" aus Kupfer und Messing. Der Kaffee, damals ein
ungefilterter Aufguss aus gemahlenen Bohnen und kochendem Wasser, wurde
über den kleinen Zapfhahn in Tassen gefüllt. Der Ausguss verstopfte
durch das Pulver leicht, tropfte, „dröppelte" dann nur heraus und
musste mit einem Federkiel immer wieder gereinigt werden. Kaffee war im
18. Jahrhundert ein Luxusgetränk und teilweise in einigen Staaten
verboten. Er wurde über den Seeweg aus europäischen Kolonien in
Südostasien und Südamerika importiert.
Dies wird auch durch das Gemälde von Wilhelm Scheibler, einem Sohn
Johann Heinrichs, und seiner Frau Theresia Elisabeth Böcking deutlich.
Sie haben sich, vermutlich Kaffee trinkend, porträtieren lassen und
demonstrieren damit ihren luxuriösen Lebensstil. Ärmere Leute mussten
sich mit Kaffeeersatz aus Eicheln, Löwenzahn- oder Zichorienwurzeln
begnügen.

GELBER SALON
Der Gelbe Salon ist ebenfalls mit ausgesuchten Möbeln ausgestattet.
Links vom Fenster fällt der Sekretär mit reichhaltigem Schnitzwerk und
wellenförmigen Schubladen auf. Vermutlich stammt er aus einer Aachener
Werkstatt. Besonders erwähnenswert ist der Tabletttisch neben dem
Eingang. Es ist ein typisches Möbel aus der Rokoko-Zeit aus der
Manufaktur Van Selow aus Braunschweig. Möbel aus dieser Manufaktur
besitzen heute Seltenheitswert. Charakteristisch sind die Motive aus
Glasperlen. Solche Tische dienten in der feinen Gesellschaft dazu, Tee
einzunehmen. Tee war, wie auch der Kaffee, ein Luxusgetränk und wurde
meist in Gemeinschaft, z. B. bei Besuchen oder ähnlichen Anlässen,
getrunken.

Zur Originalausstattung des Hauses gehört der große zweitürige
Leinwandschrank. Er zeigt das geschnitzte Familienwappen
Scheibler-Böcking auf dem oberen Schrankrahmen. Er ist vermutlich 1766
angefertigt worden. In ihm wurde die Aussteuer, die Theresia Elisabeth
Böcking in die Ehe mit Wilhelm Scheibler aus ihrem Elternhaus
mitbrachte, aufbewahrt. Junge Frauen brachten als Aussteuer in der
Regel Tisch- und Bettwäsche sowie Leinenstoff mit, um daraus später
Haushaltstextilien zu nähen. Bereits Jahre vor der Hochzeit webten sie
dafür Leinen und nähten und bestickten Tisch- und Betttücher. Diese
bäuerliche Tradition war offenbar auch in der Oberschicht üblich.

Das Kabinett ist einer der ungewöhnlichsten Räume im Roten Haus. Die
Wände ziert eine weitere kostbare Leinwandbespannung. Darauf ist eine
Waldlandschaft gemalt, umrankt von Blumengirlanden. Dargestellt sind
vor allem Jagdszenen mit verschiedenen Tieren wie Jagdhunden,
Raubkatzen und Hühnervögeln, aber auch ein Fischerjunge sowie
Gartengeräte sind zu sehen. Viele Blumen in Körben und Vasen lassen die
Szene romantisch und verspielt wirken.
Ebenfalls sehr kunstvoll ausgeführt sind die geschnitzten Holztafeln im
unteren Bereich der Wände. Sie zeigen auf der linken Seite
Musikinstrumente in verschiedenen Konzertkombinationen und daneben
Theaterkulissen mit Waffen, Rüstungen und Kanonenkugeln. Das Zimmer
kann als Damenzimmer genutzt worden sein, wohin man sich im kleinen
Kreis zurückzog.

Auf dem Tisch steht eine hölzerne Haspel. Mit diesem Gerät wickelte man
das gesponnene Garn von den Spinnradspulen auf und konnte es
anschließend als Garnstrang abnehmen und aufbewahren. Wie bereits der
große Schrank im Gelben Salon zeigt, in dem das Hausleinen aufbewahrt
wurde, beschäftigten sich auch die Damen der Oberschicht mit der
Herstellung von Garn und mit anderen Handarbeiten.
Darauf weist auch der Nähkorb hin. Gemeinsam wurde gesponnen, gestickt,
geklöppelt und genäht. Handarbeit gehörte selbstverständlich zur
Ausbildung der Mädchen und jungen Frauen der Oberschicht und des Adels
im 18. und auch noch im 19. Jahrhundert.

Der größte Raum des gesamten Hauses ist der Festsaal. Er ist
zurückhaltend eingerichtet und durch die große Fensterfront nach Osten
Richtung Rur und nach Süden zum Laufenbach hin sehr hell. Auffällig
sind der mit Marmor umrahmte offene Kamin, die sorgfältig gearbeitete
Stuckdecke sowie der Parkettboden mit Einlegearbeiten. Das Sofa und die
Stühle sind Originale aus der Zeit um 1780.
Richten Sie Ihren Blick im Festsaal auf die schöne, mit Stuck
ausgearbeitete Zimmerdecke. Stuck ist ein Zierelement aus Mörtel, der
eine spezielle Zusammensetzung aus Gips, Kalk und Bindemitteln besitzt.
Er wird von spezialisierten Handwerkern, den Stucka-teuren,
aufgebracht. Die Verschönerung von Zimmerdecken durch Stuck war vor
allem im Barock und Rokoko, also im 17. und 18. Jahrhundert, sehr
beliebt. Der Zierstuck im Festsaal mit seinen kunstvollen Ornamenten
beweist, dass hier sehr kunstfertige und professionelle Meister am Werk
waren. Bis auf die Küche weisen alle im Roten Haus eingerichteten
Wohnräume Stuckdecken auf.

Neben dem Eingang hängt ein Portrait von Wilhelm Scheibler mit seiner
Frau Theresia Elisabeth Böcking und der kleinen Tochter Maria
Henriette, die 1767 geboren wurde. Der Salon wurde für Familienfeiern und Empfänge genutzt. Wichtig waren
hier auch die Musiknachmittage oder -abende. Es gehörte zum guten Ton
in der Oberschicht, dass die Kinder Musikinstrumente lernten und ihr
Können Gästen vorführten. Daneben luden sich die Tuchmacherfamilien
gerne reihum ein und engagierten Musikanten für Konzerte.

An den Festsaal grenzt der kleinere Vorraum bzw. Salon. Welche Funktion
der Salon hatte, ist nicht genau bekannt. Vielleicht zogen sich die
Gäste hierhin zu ungestörten Gesprächen und Plaudereien zurück. Im Raum
befindet sich auch eine Sitzgarnitur aus der Zeit um 1780. Sie besitzt
Stoffbezüge, auf denen Figuren, Tiere und Jagdszenen zu sehen sind.
Diese Bezüge stammen, wie der Teppich, aus Aubusson, einer kleinen
Stadt in Zentralfrankreich. Seit dem 15. Jahrhundert werden dort
Bildteppiche, sogenannte Tapisserien, hergestellt. Die weltberühmten
Werkstätten, von denen heute noch einige existieren, produzieren auf
Bestellung. Sie machen deutlich, welche europaweiten Kontakte die
damalige Oberschicht nicht nur durch ihre Firmen, sondern auch im
privaten Konsum pflegte.

Hier fällt vor allem links ein Vitrinenschrank für Porzellan auf. Die
Zierelemente sind dezenter als bei anderen Schränken dieser Art im
Roten Haus. Sie sind aber typisch für die Entstehungszeit 1770, dem
Übergang vom Rokoko zum Louis-seize-Stil. Vermutlich stammt der Schrank
aus einer Lütticher oder Aachener Werkstatt. Er besitzt eine eingebaute
Pendeluhr, sogar mit Sekundenzeiger. Dies weist auf die große Bedeutung
der modernen Zeitmessung in den Fabrikantenfamilien hin. Im 18.
Jahrhundert orientierten sich die meisten Menschen noch nach dem
Sonnenstand und den Kirchenglocken. Dies sollte sich im bevorstehenden
Maschinenzeitalter ändern.

ARBEITSSCHRITTE
Auf der langen Wand hinter dem Stoffmustertisch sehen Sie von links
nach rechts Abbildungen und Objekte zu den wichtigsten Stationen der
Tuchherstellung. Die Vitrinen zeigen die Schritte der Verarbeitung von
der Rohwolle bis zum fertigen Tuch.
Waschen: Die von Merinoschafen
aus Spanien und Sachsen stammende Wolle kam in großen Ballen
vorgereinigt nach Monschau. Durch Zusatz von Urin und heißem Wasser
wurde sie in Kesseln entfettet, gewaschen und anschließend in Körben im
fließenden Wasser ausgespült.
Färben & Trocknen: In Monschau wurde ein großer Teil der Wolle anschließend gefärbt, auf Rahmen getrocknet und auf Tischen zu Flocken geschlagen.
Kardieren: Die Wollflocken
kamen nun zum Kardieren oder Krempeln: Die einzelnen Fasern wurden mit
Bürsten mit kleinen Metallhaken parallel gekämmt und anschließend mit
Olivenöl leicht eingefettet, um das Spinnen zu erleichtern.
Spinnen: Danach spannen meist Frauen die Wolle auf handbetriebenen Spindelrädern zu Garn.
Kettschären & Weben: Nun
erfolgte das Kettschären: Weber machten nach den Vorgaben des
Fabrikanten eine Kette, das sind die gleich langen parallelen Fäden,
die auf den Webstuhl gespannt wurden. Das Schussgarn wurde auf kleine
Spulen gespult und das Tuch nach genauen Vorgaben des Fabrikanten
gewebt.
Walken & Spannen: Nach dem
Weben erfolgte die Nachbehandlung oder Appretur: Zunächst kam das
Gewebe in die Walkmühle, wo große Holzhämmer es in einer Seifenlauge
stampften und so verfilzten. Das stark eingelaufene Tuch wurde im
Freien auf große Rahmen gespannt, gedehnt und angetrocknet.
Rauen: Anschließend strichen
Arbeiter mit Handkarden, in die getrocknete Blütenstände der
Kardendisteln eingespannt waren, über das noch leicht feuchte Tuch, um
die Wollhaare aufzustellen.
Tuchscheren: Dann kam der
langwierigste Arbeitsgang: Die Oberfläche des Tuches wurde Millimeter
für Millimeter mit schweren Tuchscheren so geschoren, dass sie glatt
und gleichmäßig war. Diese Vorgänge der Appretur mussten mehrfach
wiederholt werden, um ein feines Wolltuch zu erhalten.
Sengen & Pressen: Nach dem
Sengen, Pressen und Verpacken war der Stoff fertig zum Verkauf. Die
Verwandlung der Rohwolle bis zum fertigen Tuch konnte bis zu zwei Jahre
dauern.

ARBEITSORTE
Die Zahl der Arbeitskräfte in Monschau und der näheren Umgebung reichte
für die Monschauer Textilmanufakturen im Laufe des 18. Jahrhunderts
nicht mehr aus. Daher begannen die Fabrikanten, einige Arbeitsschritte
nach außen in Heimarbeit zu vergeben. Dazu gehörten das Weben einfacher
Webmuster und vor allem das Spinnen. Für die Arbeit eines Webers
mussten mindestens sechs bis acht Spinnerinnen Garn produzieren. Sie
erhielten die kardierte Wolle und lieferten das Garn wieder ab.
Anschließend vergab der Fabrikant das Garn mit Anweisungen zum Muster
an Weber. Vor allem im Limburger Land und in der Wallonie etablierte
sich ein System von Kleinunternehmern, den Baasen. Sie waren eine Art
Subunternehmer, hatten eigene Werkstätten oder beschäftigten selbst
Heimarbeitende. Sie erhielten aus Monschau die Wolle und lieferten das
fertige Gewebe dort wieder ab.
Die Fabrikanten unterhielten in Monschau Walkmühlen sowie eigene
Werkstätten, sogenannte „Winkel". Dort beschäftigten sie Färber, Weber
für spezielle Muster, Scherer, Presser und andere Arbeiter. Insgesamt
waren um 1770 an die 5.400 Menschen im näheren und weiteren Umfeld für
Monschauer Feintuchproduzenten tätig.
Farbrezeptbuch mit Wollproben (Ende 18./ Anfang 19. Jahrhundert) - Das Buch umfasst über 600 Wollmuster und Rezepturen.

Hier sehen Sie mehrere Stoffmuster, die nach alten Vorlagen aus
historischen Musterbüchern der Firma Scheibler durch den Handweber
Christoph Erhardt rekonstruiert wurden. Die Schwierigkeit bestand nicht
nur in dem Verständnis und in der Rekonstruktion der Webmuster, sondern
vor allem in der Oberflächenbehandlung, der Appretur der Stoffe. Dazu
waren mehrere Versuche notwendig. Sie sehen zum einen drei verschiedene
Webmuster (rote Stoffe), die für Scheibler typisch waren: gestreift,
gepunktet und geflammt. Daneben sind blaue /violette Stoffe in
verschiedenen Stadien der Appretur: direkt nach dem Weben, nach dem
Walken und nach dem Scheren.
Lange Zeit wurden in Monschau nur einfarbige Wolltuche produziert.
Johann Heinrich Scheibler war einer der ersten Feintuchfabrikanten, der
um 1740 gemusterte Wolltuche herstellte. Sie entsprachen der
verspielten und sehr bunten Mode des Rokoko. Solche „geflammten" Stoffe
aus mischfarbigen Garnen, Stoffe mit Streifen oder feinen Punkten
wurden für Westen und andere Oberbekleidung, aber auch für Haremstücher
verwendet. Die erhaltenen Musterbücher für Messen zeigen eine große
Fülle an Farben und Mustern. Und doch wurden alle in reiner Handarbeit
mit Naturfarben hergestellt. Zum Ende des 18. Jahrhunderts änderte sich
die Mode wieder mit einem Trend zu einfacheren, häufig einfarbigen
Stoffen, wie die Beispiele aus dem „Journal des Luxus und der Moden" in
der Projektion zeigen. Bereits damals mussten die Produzenten möglichst
schnell auf die wechselnden Moden reagieren, um auf dem Markt bestehen
zu können.
Rollbuch mit Stoffmustern der Firma Johann Heinrich Scheibler & Söhne, um 1810, mit ca. 2.400 Mustern

Leider war der Zugang zum 2. Obergeschoß im Museum Rotes Haus Monschau
gesperrt, wofür es zwar löblicherweise eine Preisreduktion beim
Eintritt gab. Eine Besichtigung der Schlafräume wäre mir lieber gewesen.
Aussichtspunkt, Alte Wassermühle & Rur

Altstadt Monschau mit Fachwerkhäusern, kopfsteingepflasterten Gassen und einer Burg aus dem 12. Jahrhundert.
Die Aukirche St. Mariä Empfängnis befindet sich im historischen Zentrum
von Monschau nahe dem Marktplatz. Ihre Weihe erfolgte im Jahr 1751.
Errichtet wurde sie im 18. Jahrhundert als Kirche des
Minoritenklosters, das als Aukloster bekannt ist. Bis heute wird die
Kirche regelmäßig für katholische Gottesdienste genutzt und ist
tagsüber für Besucher geöffnet.

Die Kirche St. Mariä Empfängnis, auch Aukirche genannt, ist eine
historische katholische Kirche in Monschau. Ursprünglich Teil des
Minoritenklosters, wurde die Kirche zwischen 1725 und 1751 erbaut.
Nachdem das Kloster 1802 im Zuge der Säkularisation aufgelöst wurde,
wurde die Kirche 1863 zur Pfarrkirche.
Die Aukirche befindet sich in der Nähe des Marktplatzes in der
historischen Altstadt von Monschau. Im Inneren sind bemerkenswerte
Elemente wie sieben große Apostelfiguren, eine Christusdarstellung mit
den vier Evangelisten und ein bemerkenswerter Kreuzweg, der von der
Werkstatt Hildebrand und Heiermann aus Köln geschaffen wurde.

Nach dem Umbau in den 1960er-Jahren erhielt die Kirche mehrheitlich
eine neue moderne Ausstattung, darunter den Altar von 1973, das
Verkündigungspult, den Tabernakel sowie einen aus Bronze und Messing
angefertigten Leuchter nach Entwürfen von Stephan Legge. Das Ewige
Licht stammt dagegen aus dem 19. Jahrhundert und ist in einem offenen
Messinggeflecht an dem Stützpfeiler hinter dem Altar verankert. Im
gleichen Zeitraum wurde auch das Altarkreuz in dunklem Messing mit
großem, hellem Korpus angefertigt und in der Wandnische hinter dem
Altartisch angebracht.
Ebenfalls aus Legges Entwürfen stammen die 1966 angefertigten 14 hohen
Rundbogenfenster in Bleiverglasung aus Antik- und Opalglas. Lediglich
das Fenster über dem Eingang wurde 1961 von Gerdur Helgadottir in
Schwarzlotmalerei gestaltet.[3] Die beiden Kölner Bildhauer Theo
Heiermann und Elmar Hillebrand gestalteten moderne Kreuzwegstationen,
die seitlich in den Nischen an den Pfeilervorsprüngen angebracht wurden
und mit farbigem Licht angestrahlt werden können. Moderne, teils
dimmbare Beleuchtungskörper sind im gesamten Kirchenraum vorhanden.

Die verschiedenen Heiligen-Figuren stammen aus älterer Zeit, darunter
sieben Apostelfiguren in Terrakottaverarbeitung aus dem Jahr 1864 sowie
eine Christusfigur mit vier Evangelisten für die frühere Kanzel als
Holzschnitzwerk aus dem Jahr 1862. Diese sind heutzutage in einer
Holzverkleidung am Wandpfeiler hinter dem Verkündungspult angebracht.
Vier größere Figuren aus dem 17. und 18. Jahrhundert erhielt die Kirche
aus dem aufgelösten Ursulinenkloster Monschau, darunter eine Schwarze
Madonna, die an der Westwand der Kirche auf einem kleinen Tisch unter
Glas links neben dem Durchgang zur Turmkapelle aufgestellt ist und um
dem sich ein großer schmiedeeiserner Kerzentisch rankt. In einer
Wandnische neben dem heutigen Südeingang findet sich ein weiteres
Figurenensemble auf einer schwarzen Altarbank mit dem Motiv der Pietà.
Das große Ölgemälde auf Holz mit der Darstellung der Kreuzigung rechts
dieses Durchganges stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist eine Leihgabe
des Bistums Aachen.
Im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen nach dem Großbrand von 1860 wurde
auch die neue Stahlhuth-Orgel mit zwei Manualen und Pedal angeschafft.
Bei den Umbaumaßnahmen in den 1960er-Jahren wurde die Orgel zunächst
abgebaut und in der Aachener Werkstatt der Firma Stahlhuth grundlegend
saniert. Dabei wurde sie mit neuem Prospekt ausgestattet, und zwei
Register des zweiten Manuals wurden durch ein Carillon und ein Scharff
ersetzt. Darüber hinaus erhielt sie nach Plänen von Ursula
Legge-Suwelack ein neues Orgelgehäuse und wurde nach Fertigstellung der
Arbeiten auf einer neu eingerichteten Orgelbühne im vormaligen
Altarraum der Kirche neu aufgestellt.

Rurstraße, Monschau, Deutschland

Skulptur Maaßens Päulche in Monschau
Paul Maaßen, in Monschau unter dem Spitznamen „Päulche“ bekannt,
verdiente seinen Lebensunterhalt als reisender Händler. Mit einem Korb
voller Kurzwaren zog er von Tür zu Tür und verkaufte seine Waren nicht
nur in Monschau, sondern wohl auch bis nach Aachen. Besonders in
Monschau war er sehr beliebt, denn Päulche hatte stets eine Geschichte
parat und wusste die Menschen mit humorvollen Sprüchen zu unterhalten.
So kam es nicht selten vor, dass ihm die Monschauerinnen aus
Gefälligkeit oder Vergnügen etwas abkauften, auch wenn sie eigentlich
nichts brauchten. Geboren 1856, lebte Päulche bis 1940 und wurde 84
Jahre alt. Über ihn erzählte man sich, dass er in seinen letzten zwei
Lebensjahrzehnten äußerlich kaum gealtert sei – ein Verdienst wohl
seines Humors, seines charakteristischen Huts und der ständigen
Bewegung an der frischen Luft. Manche scherzten auch, dass sein
Geburtstag am 29. Februar dazu beigetragen habe, da er so nur alle vier
Jahre „älter“ wurde. Die Skulptur zu Ehren von Maaßens Päulche wurde
vom Kunstkreis Nordeifel gestiftet.

Evangelische Stadtkirche Monschau an der Brücke der Evangelische Stadtkirche Monschau
Die Kirche ist ein unverputzter, rechteckiger Bruchstein-Saalbau mit
Blausteineinfassungen und abgeschrägten Chorecken im Südwesten. In die
nordöstliche Schmalseite ist der viergeschossige Turm mehr als halb
eingebaut, so dass er oben aus dem Walmdach herauswächst.
Die der Rur zugewandte Seite ist eindeutig als Schaufassade des Baus
konzipiert. Die einfache Brücke mit schmiedeeisernem Geländer, auch
„Evangelische Brücke“ genannt, da sie 1861 durch die Evangelische
Kirchengemeinde errichtet worden war, führt direkt auf das rundbogige
Turmportal in Blausteinrahmung zu. Es besteht aus einer zweiflügeligen,
grauweiß gefassten Eichentür mit geschnitzten
Louis-seize-Applikationen, darüber einem rechteckigen geschlossenen
Zwischenstück und einem rundbogigen Oberlicht mit strahlenförmigem,
bleiweiß gefasstem Sprossenfenster. Die pilasterartige Steinrahmung
trägt über dem Türbogen ein Gesims mit einem Segmentgiebel, der schon
Stilelemente des Klassizismus zeigt. Das gesamte Steinhauwerk wurde an
die Steinhauer Joes und Franz Bertram Coberg vergeben.
Über dem Portal ist ein steingerahmtes Rundfenster mit Girlandenschmuck
an der Unterseite eingefügt. Darüber trennt ein umlaufendes Gesims auf
Traufhöhe des Schiffs den Turmschaft in zwei Hälften. Die obere Hälfte
wird von rechteckigen Schallluken mit Lamellenfüllung an den drei
freistehenden Seiten bestimmt. Rechts und links des Portals sind zwei
baugleiche Wandleuchten in sechseckiger Formgebung aus Messing und Glas
der Firma H. Schiffler aus Aachen von 1935 angebracht. An der
Frontseite ist zwischen Gesims und Schallluke außerdem eine
girlandengeschmückte Steinplatte eingelassen, die seit 2014 die
Inschrift aus Psalm 46,2 trägt: DEUS REFUGIUM NOSTRUM („Gott ist unsere
Zuflucht“).

Die Evangelische Stadtkirche Monschau ist eine Kirche in Monschau in
der Städteregion Aachen in Nordrhein-Westfalen. Formal weist die
räumliche Gestaltung die für die protestantische Kirchenarchitektur
typischen Kennzeichen eines zentralisierten Predigtsaales auf.
Der reich ausgeführte, rein weiß gefasste Innenraum bildet dabei einen
deutlichen Kontrast zu dem schlichten Außenbau. Ausgerichtet ist der
etwa 17 × 11 m große Saal auf den um zwei flache Stufen erhöhten
Chorraum im Südwesten, der durch zwei schrankartige Einbauten zu beiden
Seiten der Kanzel eine ganz besondere Prägung erhält. Er ist am
Deckenspiegel und an den Wänden mit kostbaren Stuckaturen im Stil des
Louis-seize ausgestattet, die an die unter dem Titel Cahier
d’Arabesques um 1780 erschienenen Stiche Henri Salembiers erinnern.
Zusammen mit den schlanken, hochgestreckten Rundbogenfenstern in
heller, transparenter Verglasung unterstreichen sie den eher weltlich
anmutenden, eleganten Festsaalcharakter des Raumes. Der Boden besteht
aus Aachener Blaustein.
Die sechseckige, ganz aus Holz gefertigte und in der Wand verankerte Kanzel
mit Rückwand, kronenartigem Schalldeckel und gerader, einläufiger
Treppe mit schmiedeeisernem Stabgeländer von links, ist in allen Teilen
reich im Stil des Louis-seize mit geschnitzten Rosetten, Girlanden,
Falten- und Blattgehängen verziert. Die kreideweiße Fassung mit
dezenten Vergoldungen wurde 1791 durch den Anstreicher Jacob Heymann
erstellt.
Auf dem Altar stehen ein
Kruzifix und zwei Leuchter aus Eisenguss der Sayner Hütte. Sie sind ein
Geschenk des preußischen Königs Friedrich-Wilhelm III. vom Februar 1821
anlässlich der Annahme der Union im Jahre 1819. Sie zeigen die enge
Verbindung der damaligen Gemeinde mit dem Haus Hohenzollern.

Die geraden kassettierten Brüstungen der Emporen sowie der Kasten der
Orgel zeigen in den Applikationen Stilelemente des Empire. Die untere
Empore ruht auf vier hölzernen Säulen mit ionischen Kapitellen,
wohingegen die schmalere obere Empore ohne sichtbare Stützen eingezogen
ist. Der Orgelkasten ist in die obere Emporenbrüstung integriert und
reicht bis dicht unter die flache Spiegeldecke. Mit der Ausführung der
Arbeiten war am 18. April 1810 der Schreinermeister Hubert Joseph
Jansen betraut worden.
Die Wilbrandorgel wurde 1981 als bereits viertes Instrument eingesetzt.
Es handelt sich um ein Werk des Orgelbauers Heinz Wilbrand aus
Übach-Palenberg. Wegen der nötig gewordenen statischen Ertüchtigung der
Orgelempore musste diese Orgel im Januar 2013 ausgebaut werden, nachdem
sie bereits seit der Teilschließung der Kirche im Februar 2010 nicht
mehr gespielt werden konnte. Die Restaurierung und der Wiedereinbau der
Wilbrand-Orgel wurden Ostern 2017 begonnen. Nach Abschluss der Arbeiten
wurde am 6. März 2018 die Orgel schließlich durch den landeskirchlichen
Orgelsachverständigen geprüft und wieder dem gottesdienstlichen
Gebrauch übergeben.

Rur-Blick, Aussicht Wassermühle und Rur Ufer

Rur-Blick, Aussicht Wassermühle und Rur Ufer

1198 wurde Monschau zum ersten Mal als Mons Ioci erwähnt, die genaue
Herkunft des Namens ist nicht feststellbar. Urkundlich wurden über die
Jahre unterschiedliche Namen beziehungsweise Schreibweisen benutzt,
beispielsweise 1225 de Munioy, 1226 Monjoje, 1248 de Monsyoge, 1251 de
Můns Yoia, 1279 de Munzoyge, 1338 de Muynzie, 1354 de Monyou, 1364 zu
Moynschawe, 1384 Monzwauwe, 1429 zu Monschauwe. Bis 1918 hieß die Stadt
Montjoie. Am 9. August 1918 wurde der Name durch kaiserlichen Erlass
Wilhelms II. in Monschau geändert. Die Namensänderung wird heute als
„übermäßiger Kulturpatriotismus“ angesehen und blieb als einzige der
zahlreichen kriegspolitisch bedingten Ortsnamensänderungen bestehen.
1352 erhielt Montjoie Stadtrechte. Die Herrschaft Montjoie ging nach
dem Tod von Johann III. von Schönforst-Montjoie 1433 an das Herzogtum
Jülich über.

Im Zuge der Erweiterungsmaßnahmen des Burggeländes in den 1350er-Jahren
wurde der Hauptzufahrtsbereich von der Stadt auf das Burggelände mit
einem imposanten hohen Rundturm bestückt, der den Namen „Eselsturm“
erhielt. Um 1370 muss er offensichtlich fertiggestellt worden sein, da
er in jenem Jahr erstmals urkundlich als „Neuer Turm“ erwähnt wird. Der
Zugang erfolgte von der Stadt aus über eine massive steinerne
Bogenbrücke, die sich über den Halsgraben erstreckte. Der Turm selbst
wurde am Rande des Halsgrabens dreigeschossig auf einem hohen Unterbau
errichtet. Im Erdgeschoss befindet sich die Tordurchfahrt mit gewölbter
Decke und Rechteckblenden für die Aufnahme der ehemaligen Zugbrücke.
Esselsturm Aussichtspunkt

Esselsturm Aussichtspunkt mit Blick auf Monschau

Die Burg Monschau wurde ca. um
1190 gegrundet von den Grafen und Herzogen von Limburg, ueneit von
Eupen. Ein Herr „de Monte Joci" - Herr des Spaßes, der Freude, erstmals
erwähnt 1198 in einer Urkunde. Die jetzige Schloßkapelle, erwähnt 1369,
ist sehr alt, gleiches gilt auch für den Eselsturm. Die Burg Monschau
wurde im Krieg des Herzogs von Jülich gegen den Kaiser im Jahre 1543
stark beschädigt, später mehrmals von den Franzosen eingenommen, nach
dem Anschluß des Rheinlandes an Frankreich 1805 verkauft an die Firma
Schlösser-Scheibler. Ab 1899 in den Besitz der Stadt Monschau
übergegangen. Nach Jahrzehnten des Verfalls restauriert und dient heute
als Jugendherberge.
Die Burg ist als „castrum in Munjoje“ erstmals in einer Urkunde des
Erzbischofs Engelbert I. von Köln aus dem Jahre 1217 belegt, als die
„Herrschaft Monschau“ noch Teil des Herzogtums Limburg war.

Die Burg Monschau ist eine unter Denkmalschutz stehende Höhenburg in
der Stadt Monschau in der südlichen Städteregion Aachen. Sie wurde um
1200 erbaut und erlebte bis zu ihrer Auflösung als Festung und ihrem
teilweisen Verfall eine wechselvolle Geschichte. Teile der Burganlage
werden heutzutage als Jugendherberge und Altenheim genutzt sowie der
Innenhof im Sommer als Veranstaltungsort für Freiluftkonzerte.
Blick auf Monschau vom Burgpalast

Kirchstraße 23, 52156 Monschau-Höfen, Deutschland

Alte Pfarrkirche St. Mariä Geburt
Die Kirche St. Mariä Geburt ist ein denkmalgeschütztes barockes
Kirchengebäude in Monschau in der Städteregion Aachen in
Nordrhein-Westfalen. Sie wurde von 1649 bis 1650 durch die
Prämonstratenserpatres des ehemaligen Klosters Reichenstein bei
Kalterherberg und auf Initiative ihres Priors Stephan Horrichem als
erste Pfarrkirche der Gemeinde errichtet.

Im 17. und 18. Jahrhundert wurde die Kirche Nutznießer der
wirtschaftlichen Blüte Monschaus durch die Tuchindustrie. Sie erwarb
wertvolle barocke Ausstattungsstücke aus verschiedenen anderen
kirchlichen Einrichtungen oder durch Spenden einflussreicher
Privatpersonen darunter:
den hölzernen Hochaltar aus dem Kloster Reichenstein, erbaut
1780; über dem Tabernakelgehäuse eine Figur der Jungfrau Maria;
zwei hölzerne Seitenaltäre aus dem Jahr 1650 mit eingebauten
Retabelnischen zwischen schmucken gewundenen Säulen, links der
Marienaltar mit einer Figur der Mutter Gottes, gestiftet von Martin
Bewer aus Monschau, Abt in der Reichsabtei St. Maximin in Trier, und
rechts der Matthiasaltar mit einer Figur des Apostels Matthias, Stifter
unbekannt;
einen silbervergoldeten Schrein mit einer Reliquie des
Stadtpatrons Liberatus, ein vermuteter sogenannter Katakombenheiliger,
angefertigt 1769 von Anton Reuter;
einen Taufstein aus Blaustein, gestiftet 1650 von Bürgern;
eine hölzerne Kanzel im Stil des Rokoko aus dem Jahr 1780, auf dem Deckel eine Figur des Apostels Paulus von Tarsus;
zehn Wandfiguren verschiedener Heiliger, mehrheitlich angefertigt im 18. Jahrhundert aus Lindenholz.
Innenraum mit barocker Ausstattung

14 Kreuzwegstationen aufgeteilt in zwei Blöcke, angefertigt im 19.
Jahrhundert als Ölgemälde auf Metalluntergrund: Teil des Kreuzwegs,
linke Seite, Eingangsbereich

Als Begründer der Monschauer Feintuchproduktion gilt der am Ende des
16. Jahrhunderts wegen der Begleitumstände der Aachener
Religionsunruhen von dort ausgewanderte protestantische Tuchmacher
Arnold Schmitz, der im sogenannten Schmitzenhof an der Rur die ersten
Feintuche in der Stadt herstellte. Diese benötigten allerdings im
Unterschied zu den bis dahin in Heimarbeit im Umland hergestellten
groben Tuchen Wolle von besserer Qualität, die von auswärts eingeführt
werden musste. Dafür ließ sie sich europaweit exportieren und bot den
Fabrikanten große Gewinne. Der aus dem bergischen Land zugezogene
protestantische Pfarrersohn Johann Heinrich Scheibler führte
schließlich die Textilindustrie der Stadt im 18. Jahrhundert zu ihrem
Höhepunkt.

Bushaltestelle Monschau Altstadt
Mit ein bisserl Pech hetzt man sich zurück zum Ortseingang um die Linie
SB66 planmäßig zu erwischen, der Bus aber kommentarlos nie erscheint
und mit nur wenig Verspätung die nächste Verbindung nach einer Stunde
auftaucht.

Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag,
kann sich gerne dieses Video antun: