Schloss Bruck

Museum der Stadt Lienz, Juli 2026

Schloss Bruck befindet sich im südlichen Osttirol im Stadtgebiet der Bezirkshauptstadt Lienz. Es ist auf einer Hügelkuppe erbaut, die sich an den Lienzer Hausberg Hochstein schmiegt. Das Schloss war der Wohnsitz der Grafen von Görz von etwa 1278 bis zum Jahr 1500. Es besitzt eine Burgkapelle mit Fresken von Simon von Taisten. Seit dem Jahr 1943 dient es als Museum der Stadt Lienz.

Anlässlich des 100. Todestages von Albin Egger-Lienz widmet sich das Museum der Stadt Lienz Schloss Bruck sowohl in seiner Sonderausstellungsfläche als auch im Sammlungsbereich den letzten Jahren des Wegbereiters der Österreichischen Moderne.

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AUSSTELLUNGEN 30.05.-11.10.2026
ICH BIN FERTIG. Albin Egger-Lienz +1926, 13.06.-11.10.2026
mehr als nichts - Fritz Tiefenthaler (Bilder), Fritz Ruprechter (Skulpturen), 30.05.-20.09.2026

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Durch das Haupttor und über eine schräg ansteigende Steinbrücke gelangt man in den langgestreckten Innenhof. An dessen Südwestseite ragt der sechsgeschoßige, etwa 37 m hohe Bergfried empor. Er ist im Innern über eine Holzstiege zu besteigen. In seinem zweiten Stockwerk ist ein romanisches Doppelbogenfenster mit Mittelsäule und Knospenkapitell aus der Erbauungszeit zu sehen. In der obersten Ebene des Turms befindet sich eine umlaufende Aussichtsgalerie mit sehr gutem Blick auf Lienz und die umliegenden Berge. Die Schlosskapelle befindet sich auf der Südostseite des Hofes.

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MUSEUM DER STADT LIENZ SCHLOSS BRUCK
Mitten in den Lienzer Dolomiten am Fuße des Schlossbergs liegt sie, die mittelalterliche Burg, die einst politisches Zentrum und Residenz der Görzer Grafen war. Heute ist Schloss Bruck ein vielseitiges Museum für Groß und Klein und ein beliebtes Ausflugsziel. Der Schlossteich und die gepflegten Waldwege laden zum Spazieren und Verweilen ein. Das Museum der Stadt Lienz hat sich in den letzten Jahren aufgrund eines neuen Ausstellungskonzepts vom traditionellen Osttiroler Heimatmuseum zu einem zeitgemäßen Ausstellungsort gemausert. Neben den Arbeiten von Albin Egger-Lienz und archäologischen Fundstücken gibt es jährlich wechselnde Sonderausstellungen zu sehen.

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ICH BIN FERTIG. ALBIN EGGER-LIENZ +1926
Vor hundert Jahren starb Albin Egger-Lienz, der bedeutendste Tiroler Maler seiner Generation, 58jährig in St. Justina bei Bozen. Sein Werk zeigt eine ganz eigene, von innerer Konsequenz geprägte Entwicklung. Schloss der Künstler zu Beginn an die Historien- und Genremalerei Franz von Defreggers, so erarbeitete er um 1900 seinen charakteristischen plastisch-monumentalen Stil, der die Basis für sein weiteres Schaffen wurde. In der Kriegszeit fand er zu außerordentlich expressiven Symbolbildern von allgemeingültiger Aussage um schließlich zu den Bildern „zuständlicher Versunkenheit" zu gelangen. Mit diesen Spätwerken schuf er einen unverwechselbaren Beitrag zur Moderne in Österreich. Sie stehen im Mittelpunkt dieser Ausstellung.

Als der Maler Leopold Hauer Albin Egger-Lienz kurz vor seinem Tod am Grünwaldhof in St. Justina besuchte und diesen fragte, woran er jetzt arbeite, bekam er zur Antwort: „Ich bin fertig." Nicht nur Resignation und Erschöpfung des von Krankheit gezeichneten Künstlers sprechen aus diesen Worten, sondern auch das Bewusstsein, gesagt zu haben, was er zu sagen hatte.

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Albin Egger-Lienz - Ruhende Hirten, um 1918, Öl auf Leinwand

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ST. JUSTINIA, so schön, so vollkommen
Albin Egger-Lienz und seine Familie - das sind seine Ehefrau Laura und die drei Kinder Lorli, Fred und Ila - ließen sich 1913 in St. Justina bei Bozen nieder. Hier am Grünwaldhof, einem ins 16. Jahrhundert zurückreichenden Ansitz inmitten der Weinberge, fand der Maler den idealen Ort zum Leben und Arbeiten, „so schön, so vollkommen, wie er es bisher nie gekannt" (lla Egger-Lienz).

Die Gründe für die Entscheidung nach der vorzeitigen Niederlegung der Professur in Weimar hierher zu ziehen waren das für den kränkelnden Sohn Fred zuträgliche warme Klima und vor allem die besondere Affinität des Künstlers zu Landschaft und Menschen im südlichen Tirol - wie schon bei seinem Antipoden Franz von Defregger, der hier eine Villa besaß. Der Umzug war für Egger-Lienz letztlich Heimkehr, geprägt durch sein künstlerisches Credo: „Denn gibt es auf der ganzen Welt heute einen Maler, welcher so tief und so ganz aus seiner Heimat schöpft, aus seinem Volke wie ich?"

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Albin Egger-Lienz - Madonna mit Kind, 1921, Öl auf Leinwand auf Karton

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NEUES LAND, alte Heimat
Trotz prekärer wirtschaftlicher Momente, wiederholter Überlegungen zur Übersiedlung nach München und dem Angebot für eine Professur an der Wiener Akademie verblieb Egger-Lienz bis zu seinem Tod in St. Justina. „Angesichts der, zerstörten Welt' verhält Egger-Lienz sich elementar-bäuerisch, ist das Vaterland futsch, gilt's, die Heimat zu retten; ist auch die (größere) Heimat, zerstört', gilt's, das Heimatl' zu bewahren - das tirolische Diminutiv mag Haus und Hof mit Äckern, Weinbergen, Wäldern, Almen ebenso bezeichnen wie Heim und Atelier. Und waren etwa seine Sarner Bauernmodelle nun weniger Tiroler als noch vor zwei, drei Jahren?" (Claus Gatterer). Hinzuzufügen wäre: Und war der rote Teppich, den ihm die italienische Kulturpolitik auslegte, nicht auch ein Argument fürs Bleiben? Italien wurde für Egger-Lienz ein überaus wichtiges Wirkungsfeld u. a. mit spektakulären Erfolgen auf den Biennalen von Venedig und Ankäufen durch den italienischen Staat. Im Kunsthistoriker Giorgio Nicodemi, im Generalsekretär der Biennale von Venedig Vittorio Pica, im Kunstkritiker Ugo Ojetti und in der einflussreichen Intellektuellen und Geliebten Mussolinis Margherita Sarfatti fand er höchst prominente Förderer.

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Albin Egger-Lienz - Sämann und Teufel, 1921, Öl auf Leinwand

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DIE BIENNALE von Venedig 1922
Nachdem Egger-Lienz bereits 1907 an den Internationalen Kunstausstellungen von Venedig (später als Biennalen von Venedig bezeichnet) teilgenommen hatte, stellte der Maler hier 1920, 1922, 1924 und 1926, nun in der italienischer Sektion, aus. Höhepunkt ist die Biennale von 1922, als Egger-Lienz einen eigenen Saal erhält und - zusammen mit dem Bildhauer Adolfo Wildt - den Großen Preis der Stadt Venedig. Wie ein Pressebericht vermerkt, scheint man damit allerdings „auch einer guten Politik Rechnung getragen" zu haben. Seine 36 Werke umfassende Präsentation zeigte einen Querschnitt durch sein bisheriges Werk, vom frühen Historienbild „Das Kreuz" und dem monumentalen „Haspinger" bis zu den „Kriegsfrauen" und den wunderbaren um 1920 entstandenen Bozner Landschaften und Porträts der Töchter.

Der Maler sah die Ehrerbietungen lediglich als Begeisterung für sein Werk, negierte die Intentionen der kulturpolitischen Eingemeindung und blendete allgemein die politischen Vorkommnisse in Italien, seit Herbst 1922 unter dem Regime des Faschismus, aus. Festzuhalten ist auch, dass er für viele italienische Rezipienten - zuweilen unter negativem Vorzeichen - ein „Gotiker aus dem Norden" blieb.

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Albin Egger-Lienz - Totentanz 1809, 1916, Kasein auf Leinwand

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Die zweigeschoßige Schlosskapelle mit quadratischem Grundriss hat eine Rundapsis. Die Wände sind von verschiedenen Künstlern im spätgotischen Stil reich bemalt. Die Vierzehn Nothelfer in der Apsis und der Marientod sind Werke des Pustertaler Meisters Simon von Taisten (um 1495). Den Gnadenstuhl im Gewölbe der Rundapsis schuf Nikolaus Kenntner (1452), die Leidensgeschichte Jesu und das Weltgericht an der Südseite Andrä Peuerweg (Mitte des 16. Jahrhunderts).

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Kapelle zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit auf Schloss Bruck
Der Architektur, künstlerischen Ausschmückung und Bedeutung nach nimmt die Burgkapelle innerhalb der Gesamtanlage einen besonderen Platz ein. In ihrer doppelgeschoßigen Anlage geht sie auf den Gründungsbau der Burg im dritten Viertel des 13. Jahrhunderts zurück, also in die Zeit der Romanik.

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Vom künstlerischen Schmuck der Frühzeit haben sich in der Laibung eines zugemauerten Fensters im Obergeschoß Heiligenfiguren erhalten, von denen St. Nikolaus und St. Martin erkennbar sind. Der größte Teil der künstlerischen Ausschmückung entstand in der Zeit der Spätgotik. Das Fresko „Gnadenstuhl“ in der Apsiswölbung schuf der einheimische Maler Nikolaus Kenntner im Jahr 1452. Unter Graf Leonhard von Görz erhielt die Burgkapelle mehr oder weniger das Aussehen, das bis heute fasziniert und das eine besondere Atmosphäre spürbar werden lässt. In den 1480er Jahren engagierte der Graf zur Ausschmückung des Sakralraumes den aus dem Pustertal stammenden Maler Simon von Taisten. Neben den Freskenzyklen in der Wallfahrtskirche zu Unserer Lieben Frau Maria-Schnee in Obermauern (Gemeinde Virgen) zählen die Malereien der Kapelle von Schloss Bruck zu seinen Hauptwerken. In den Jahren 1560/1580 bereicherte der Lienzer Maler Andrä Peuerweg die Schlosskapelle mit einem Passionszyklus, den er mit der Darstellung des Weltgerichts abschloss. Heute ist die Schlosskapelle Mittelpunkt der Ausstellungs- und Schlossführungen. Brautpaare können sich im einzigartigen Ambiente standesamtlich trauen lassen.

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Albin Egger-Lienz - Haspinger Anno Neun, 1908-1909, Kasein auf Leinwand

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Albin Egger-Lienz - Lorli, 1907/1911, Öl auf Leinwand

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Albin Egger-Lienz - Generationen, 1918/19, Öl auf Leinwand

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Albin Egger-Lienz - Das Kreuz, 1901-1902, Öl auf Leinwand

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„...EINES FÜRSTEN WÜRDIG" - Die Görzer Grafen und ihre Residenzburg Schloss Bruck
Bereits im Frühmittelalter siedelten sich mehrere bayerische Adelsgeschlechter im Süden des Hl. Röm. Reiches an. Eine dieser Familien, nach dem häufigen Namen ihrer Söhne „Meinhardiner" genannt, kam durch enge Beziehungen zum Patriarchat von Aquileia in den Besitz der Burg Görz. Von nun an trugen sie den Titel „comes Goriciae" - Graf von Görz.

Zwischen 1252 und 1277 errichteten sie in Lienz das Schloss Bruck. Die Burg diente ihnen nicht nur als Verteidigungsanlage, sondern auch als Residenz. Ursprünglich aus Bergfried, Palas, zweigeschoßiger Kapelle und Ringmauer bestehend, wurde der Herrschaftssitz bis in das 16. Jahrhundert immer wieder verändert und ausgebaut. Von hier aus verwalteten die Görzer als Reichsfürsten ihre Ländereien, welche vom heutigen Slowenien über Oberitalien und Kärnten bis nach Tirol reichten.

Als 1500 Graf Leonhard kinderlos verstarb, fiel Schloss Bruck mittels Erbvertrag an Maximilian I. und damit Habsburg. Die alte Einheit des görzischen Territoriums wurde zerrissen, die Herrschaft Lienz an die Familie Wolkenstein-Rodenegg verkauft. Ihnen folgte von 1653 bis 1783 das Haller Damenstift. Nach dessen Aufhebung diente die Burg als Feldspital, Kaserne, Speditionssitz, Brauerei und Gastbetrieb. 1942 verkaufte die letzte private Besitzerin Schloss Bruck, neue Schlossherrin wurde die Stadt Lienz. Die ehemalige Fürstenburg wurde zum Ort der Kunst und darf seit 2006 das Österreichische Museumsgütesiegel tragen.

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BILDER zuständlicher Versunkenheit
Das Schaffen der „italienischen Jahren" von Egger-Lienz blieb von den politisch-ideologischen Verwerfungen der Zeit unberührt. Aus rein innerer Gestaltungskonsequenz heraus schwächte er nach den „Kriegsfrauen" (1918-22) die weit vorangetriebene expressive Deformation wieder ab und fand zum kontemplativen Stil der „Gedankenbilder": von „Generationen" und „Tischgebet" bis zum großartigen Schlusspunkt „Pietà" (1926).
Gleichsam die Summe seiner bisherigen Lebensarbeit ziehend, verschmolzen nun Expression und Wirklichkeitsnähe, Statik und Bewegung, räumlich-plastische Formgebung und malerischer Luminarismus zu einer neuen Einheit. Alles Gewollte und Gesuchte, Klischeehafte und Effektvolle, das seinen Arbeiten der mittleren Phase mitunter anhaftete, wandelte sich nun zu größter Selbstverständlichkeit.

Egger-Lienz' ganz eigene Entwicklung im Zeichen der frühen Moderne erfuhr in seinen letzten „Bildern zuständlicher Versunkenheit" eine letzte geistige Vertiefung. Eingebunden in ihr schicksalsgeprägtes Dasein, erscheinen die Gestalten wie entrückt, wie nicht mehr von dieser Welt, Spiegel sowohl der von religiösem Empfinden getragenen bäuerlichen Wesensbeschaffenheit als auch der Verinnerlichung, zu welcher der Maler gelangt war.

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Albin Egger-Lienz - Kriegsfrauen, 1918-22, Öl auf Leinwand

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Albin Egger-Lienz - Die Blinden, 1918/19, Öl auf Leinwand

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Lois Anvidalfarei (* Abtei/Südtirol 1962) - Ecce homo, 2009/10, Bronze Besitz des Künstlers
Wie bei Albin Egger-Lienz steht auch beim Bildhauer Lois Anvidalfarei die menschliche Figur im Mittelpunkt des Schaffens. Und wenn Egger feststellt, „Ich male keine Bauern, sondern Formen", so gilt dies in abgewandelter Weise auch für Anvidalfarei. Ungewöhnliche Körperhaltungen und Perspektiven bringen den Formenreichtum und die abstrakten künstlerischen Qualitäten der menschlichen Figur zum Ausdruck. Zugleich geht es in den Skulpturen wiederum um symbolische Inhalte und existentielle Fragen: Ecce homo (Siehe, der Mensch). Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir?

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DIE KRIEGERGEDÄCHTNISKAPELLE in Lienz
Die feierliche Einweihung des neuen Bezirkskriegerdenkmals bei der Lienzer Stadtpfarrkirche St.
Andrä am 8. September 1925 durch Bischof Sigismund Waitz und in Anwesenheit von Bundespräsident Michael Hainisch, Landeshauptmann Franz Stumpf sowie an die 10.000 Menschen erinnerte an die Opfer des Ersten Weltkriegs aus dem Bezirk Lienz. Es sollte aber auch für „Osttirol" in den jetzigen Grenzen ohne die (nunmehr italienischen) Gemeinden um Innichen und Sexten identitätsstiftend sein. Der Architekt des Ensembles war Clemens Holzmeister, Albin Egger-Lienz stattete die eigens konzipierte Kapelle mit einem vierteiligen Bilderzyklus aus. Aber seine eigenwillige Darstellung des auferstandenen Christus führte zum Eklat mit der katholischen Kirche und mündete im Verbot von Gottesdiensten in der Kapelle durch den Vatikan 1926 (bis 1983/87). Egger-Lienz verstarb im November 1926 und fand ein Jahr später seine letzte Ruhe in derselben Kapelle.

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Albin Egger-Lienz - Der tote Christus, 1926, Öl auf Leinwand

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PIETÀ
Die „Pietà" ist das letzte Thema, mit dem sich Egger-Lienz beschäftigt und die konsequenteste Umsetzung seines künstlerischen Wollens, eine letzte Verdichtung von Form und Inhalt. Ikonografisch entspricht das Bild mehr der Tradition der „Beweinung", denn es sind drei Frauen, die am auf einem Tisch aufgebahrten Leichnam Christi Totenwache halten. Ihre Trauer ist jedoch ganz verhalten und vielmehr der Gewissheit gewichen, dass der Tod des Mannes aus Nazareth ihrem Leben den entscheidenden Sinn gibt. Bei der verkürzten Christusfigur ließ sich Egger-Lienz von zwei großen italienischen Malern inspirieren: Andrea Mantegna (1431-1506) und Giovanni Segantini (1858 1899).

„Den Substanzreichtum der, Pietà", bekundet Rudolf Leopold in einem Interview, „könnte man am ehesten mit Bildern des frühen Picasso vergleichen. Auch wenn dieser Künstler [...] in seiner Rosa Periode' zeitlich früher daran war, erreichte Egger-Lienz in diesem Bild noch einen größeren Substanzreichtum. Die „Pietà" hing direkt über dem Bett des großen Sammlers. 14 Jahre nachdem er es nach Gründung der Stiftung Leopold dort abnahm, „hängen die Schnüre und Haken der damaligen Befestigung noch immer leer herunter. Ich habe noch kein Bild gefunden, das dieses ersetzen könnte."

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Albin Egger-Lienz - Pietà, 1926, Öl auf Leinwand

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Andreas Kompatscher - Totenmaske von Albin Egger-Lienz, 1926, Gips

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Am 17. März 1942 unterschrieb der damalige Lienzer Bürgermeister Emil Winkler den Kaufvertrag für das Schloss Bruck, das am 13. Juni des Folgejahres – noch mitten in den Wirren des Zweiten Weltkriegs – erstmals als Osttiroler Heimathaus eröffnet wurde. Der Museumsbetrieb währte allerdings nur kurz und musste kriegsbedingt nach vier Monaten wieder eingestellt werden.

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Nach der Wiedereröffnung 1945 war dann mit wenigen Abstrichen der gesamte breitgefächerte Bestand an Objekten bis 1998 und damit bis zur Neuausrichtung des Museumskonzepts zu sehen. Ein Haupaugenmerk der Ausstellungskonzipierung ist seither auf der mittelalterliche Burganlage selbst gerichtet. Schloss Bruck und seine Geschichte sind immer wieder Bestandteil von Sonderschauen. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Arbeiten von Albin Egger-Lienz, die permanent sowohl in einer Dauer- als auch in verschiedenen hochkarätigen Sonderausstellungen präsentiert und dem Besucher aus verschiedenen Blickwinkeln näher gebracht werden.

Der Sammlungsbestand des ehemaligen Heimatmuseums wird heute im Rahmen von jährlich wechselnden Themenausstellungen gezeigt. Seit 2013, nach dem Umbau der ehemaligen Archäologischen Abteilung im Westtrakt der Burg, stehen neben dem Bergfried nun weitere Räumlichkeiten für die Präsentation zeitgenössischer Kunst, der Geschichte der Region und kleineren Ausstellungen aus dem Museumsbestand zur Verfügung.

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„... eines Fürsten würdig...", so charakterisierte der Tiroler Topograph Beda Weber Schloss Bruck. Seit über 750 Jahren thront, wuchtig und schlicht zugleich, die von den Görzer Grafen erbaute Burg hoch über der Stadt Lienz – und bietet eine überraschende Vielfalt. Ihre Mauern waren einst Machtsymbol und Wohnsitz der Görzer Grafen.

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Die hauseigene Sammlung von Schloss Bruck lässt sich in vier große Schwerpunktbereiche gliedern: Zum einen die Kunstsammlung mit Gemälden, grafischen und plastischen Arbeiten aus über fünf Jahrhunderten - vom gotischen Flügelaltar bis zu Bildern und Plastiken heimischer zeitgenössischer KünstlerInnen. Der Sammlungsschwerpunkt bei archäologischen Objekten liegt bei ur- und frühgeschichtlichen Funden aus Osttirol und den Originalobjekten aus den Grabungen des 20. Jhd. in der einzigen Römerstadt Tirols, Aguntum. Dieser Sammlungskomplex wurde 2011 an das Museum Aguntum abgegeben.

Zum dritten zählen eine Vielzahl an Objekten aus der Osttiroler Volkskunde (etwa Webstühle, Truhen, Trachten uvm.), so genannter "Volkskunst" (Votivbilder, Brautschmuck etc.) und Kunstgewerbe zum Museumsbestand. Und nicht zuletzt umfasst die Sammlung auch eine naturkundliche Abteilung mit Tierpräparaten, seltenen Mineralien u.ä. Objekte aus dem Schloss Brucker Sammlungsbestand sind im Haus immer wieder in wechselnden Sonderausstellungen zu sehen - sie gehen aber auch als Leihgaben auf Reisen durch ganz Europa. Derzeit wird an der digitalen Erfassung und Vernetzung aller Sammlungsobjekte gearbeitet.

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Peter Niedertscheider - BILDZEITRAUM III
Die klassische Aktfigur hat ihren Ursprung in der griechischen Bildhauerei, und es ist nur konsequent, wenn Peter Niedertscheider sich mit jener Tradition auseinandersetzt, die auch unsere heutige, in unzähligen Spielarten zwar ständig präsente, doch kaum mehr reflektierte Alltagsvorstellung hervorgebracht hat. Die antike Theorie schreibt den ideal proportionierten menschlichen Körper Polyklet zu und datiert ihn ins 5. Jahrhundert v. Chr. Ihm fügten im 4. Jahrhundert v. Chr. Praxiteles die Grazie und Lysipp einen unübertroffenen Naturalismus hinzu. Damit war das Ziel der Entwicklung erreicht und alles, das folgte, entweder Wiederholung oder maßlose Übertreibung.

Der italienische Kunstschriftsteller, Maler und Baumeister Giorgio Vasari wendet im 16. Jahrhundert diesen Entwicklungsgedanken auf die italienische Renaissance an, die mit Michelangelo ihren Gipfel erreicht. Die Forderung nach Allansichtigkeit einer Skulptur durch die Michelangelo-Nachfolge sowie Gotthold Ephraim Lessings Gedanken über das Davor und Danach des im Standbild eingefrorenen Augenblickes verknüpfen unwiderruflich Zeit, Raum und Betrachtung mit dem Zustandekommen von Kunst.

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Selbstverständlich ist Peter Niedertscheider weder ein klassischer noch ein klassizistischer, sondern eben ein zeitgenössischer Bildhauer. Rein äußerlich schlägt sich diese Tatsache in der Wahl eines zeitgenössischen Materials nieder. Polyester ermöglicht dem Künstler, der die Bearbeitung von Marmor ebenso virtuos beherrscht, eine ungleich raschere Herstellung seiner Bildgegenstände.

Dadurch wird auf die vom klassischen Gegenstand erwartete Aura verzichtet und das Standbild auf seine Dinghaftigkeit zurückgeworfen. Die Aufgabe, das Kunstding zum Kunstwerk zu machen, wird an den Betrachter delegiert. In der Performance, als deren Requisiten die Figuren konzipiert sind, fallen Her-Stellung (als ein Stellen, Verstellen, Verschieben) und Betrachtung quasi zusammen. Die Skulpturen definieren ihren Ort in einem potentiell endlosen Prozess, die Dokumentation des Augenblickes durch Video-Still und Fotografie gibt dem Begriff des Standbildes einen ganz neuen Sinn.

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mehr als nichts
Bereits während der Studienzeit in den Niederlanden in den 1970er-Jahren begann Fritz Ruprechter sich mit der Grundsätzlichkeit einer auf japanischem Zen-Buddhismus beruhenden Lebensweise auseinander zu setzen. Zeitgleich und mit ebensolcher Konsequenz bewirkte die sowohl bildnerische wie musikalische Offenheit Ruprechters gegenüber der Moderne, die er im Kontext der amerikanischen und europäischen Avantgarde authentisch miterlebte, die stilistische Prägung seines Kunstwollens für die folgenden Jahrzehnte. Die mit Überzeugung rational ebenso wie spirituell gelebte Einsicht ist allgegenwärtiger und unverrückbarer Teil seines Naturells als Mensch und als Künstler geworden. Intellektuell Prinzipielles manifestiert sich im künstlerisch selbstbeherrschten Akt des manuellen Tuns gleichermaßen konstant und notwendig wie die inhaltlich nicht im Geringsten mit Figuralem assoziierte Bildgestaltung. Bestechend und eindringlich frei von Ornamentik oder Manierismen vermag Fritz Ruprechters Bildgestaltung uns im Sinn konkret-konstruktiver Kunst frei von Abstraktionen zu berühren. Seine meistens seriell angelegte Werkgruppen entstehen nur manchmal inhaltsbezogen, viel mehr sind sie zeit- und geneseorientiert.

In den prozesshaften Arbeitsabläufen, wie dem Streifenschneiden, Kleben, Linieren mit Stiften, Aquarellieren, Wachsen, Ritzen, Lackieren oder eben Falten von Papieren entstehen förmlich strukturelle Gebilde mit raumgreifendem Anspruch. Das rhythmisierte Versetzen der exakt geschnittenen Längsstreifen, die je nach Werkzyklus mit unterschiedlichen Winkelmaßen enden, geschieht dennoch weder mathematisch induziert noch entstehen diese linearen Einheiten zufällig oder gar unbewusst. Und dennoch lassen die Wahl der Farbe und die zarten Nuancierungen Impulsives erahnen. Licht, Linien und Schatten, ebenso Aufsicht und Durchscheinendes erweitern das strukturelle Raumempfinden um eine zusätzliche, vom Künstler sensibel und dennoch offensiv konstruierte Oberflächenebene. Denn das Licht umspielt ob seiner Vergänglichkeit und Wirkkraft jeden Farbauftrag, jede Diagonale, jedes Faltgebilde und somit jegliche künstlerisch und schlussendlich für unsere Wahrnehmung erfahrbare Textur. Fritz Ruprechter überträgt nun seine Modelle in die sprachliche Konstruktion des mehr als nichts", um auf das „Nichts" mit einem formal und inhaltlich substantiellen „Mehr" in seinem Bildwerk zu reagieren. Was wir sehen, denken und empfinden trägt jedoch gleichsam zu diesem Mehr bei. [Dr. Eleonora Bliem-Scolari]

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Fritz Ruprechter - ever tried, ever failed, 1. August 2006 - 31. Juli 2007, 365 Aquarelle, gewachst, gefaltet

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Fritz Ruprechter - An einem Nebeltag – Homage to Agnes Martin, 2004, 30-teilig, Wachs auf Aquarell auf Karton auf Holz

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FRITZ TIEFENTHALER
Fritz Tiefenthaler (1929-2010) war Student bei Wotruba, hat ihn als Bildhauer sehr geschätzt, als Lehrer aber stark kritisiert und fand eine ganz eigene Formensprache. Er blieb zeit seines Lebens im klassischen Sinn der menschlichen Figur verpflichtet, im Sinne der Moderne erarbeitete er aber Abstraktionen, die in seinen letzten drei Schaffensphasen hier exemplarisch präsentiert werden. Die Phase der 1970er-Jahre ist gekennzeichnet durch seine „fossilen Entdeckungen", die in seinen Worten 1976 so charakterisiert sind: „Ich verstehe meine speziell in letzter Zeit entstandenen Plastiken als Entdeckungen. Entdeckungen bieten naturgemäß immer Überraschungen, hier gesteigert durch die Mittel der Inversion, also der Umkehr von gewohnten Erscheinungswerten. Jede Plastik ist von ihrer Entstehungsmethodik her gesehen zwangsläufig eine Expedition ins Innere."

In den 80er-Jahren entwickelt er eine einzigartige Formensprache strengster Abstraktion, die zu beeindruckenden Menschenbildern und der Untersuchung grundlegender Haltungen wie Stehen, Sitzen, Liegen führt. Klassische Motive wie das Herrscherpaar (vgl. ägyptische Pharaonenpaar-Darstellungen und „Das letzte Königspaar") und Grabplatten des Mittelalters und der Frührenaissance (vgl. die Paar-Grabplatte in der Stadtpfarrkirche St. Andrä in Lienz und „Der letzte Sarkophag") zeigen Tiefenthaler in Kontakt mit der gesamten Kunstgeschichte der Skulptur. Tiefenthaler schreibt 1988: „[...] sich auf das 'Innen', das Erlebte und erarbeitete 'Selbst' zu konzentrieren, bestimmen in dieser aufgezeigten Arbeitsperiode Thema und Form; [...] die Plastik als reflektierte Enderscheinung, eine Symbiose von geistig, psychisch Erlebten und Volumen." In seiner letzten Schaffensphase erweitert er seine bislang erarbeitete Abstraktionssprache um reiche, barockartige Bewegungswelten und zeigt seine Virtuosität im Umgang mit komplexen Formen. In dieser Phase erarbeitet er sich auch Zugang zu zeitkritischen Themen wie beispielsweise die atomare Bedrohung und genetische Fehlmutationen (s. 'Kuh' und 'Stier von Seibersdorf') [Martin Tiefenthaler]

1929 geboren am 2. September in Matrei in Osttirol
1944 Meisterschule Graz
1949 Akademie der bildenden Künste in Wien in der Meisterklasse von Fritz Wotruba, Mitarbeiter von Heinz Leinfellner und Clemens Holzmeister
1959 Lehrbeauftragter an der Akademie für angewandte Kunst in Wien
1970-1992 Professor für Formgebung, Keramikklasse Hochschule für angewandte Kunst in Wien
Freiberufliche Tätigkeit als Bildhauer ab 1952, Auftragsarbeiten im In- und Ausland (Plastiken, Reliefe, Denkmäler, Münzen), Teilnahme an Wettbewerben und Symposien
2010 gestorben am 11. März in Wien

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Fossile Entdeckung VIII, Das Paar, Bronze, 1975
O. T., Bronze, 1990
Fossile Entdeckung IV, Bronze, 1974
Liegende, Eisen, 1986
Das letzte Königspaar, Eisen, 1987
Der letzte Sarkophag, Eisen, 1987, Vorstudie zur Großplastik
Sitzende, Eisen, 1987
Homo VII, II, III, Eisen, 1985/89
Homo VI, die Diagonale, Eisen, 1986

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FRITZ RUPRECHTER
1950 geboren in Matrei in Osttirol
1972 Universität (vormals Hochschule) für angewandte Kunst in Wien
1973 Akademie Minerva, Groningen/Niederlande
1975 School of Art, Cork/Irland
1977 Auslandsstipendium in Ägypten
1978 Förderpreis der Stadt Wien
1978 Mitglied bei den Musikgruppen „laut Vereinbarung und „lauter Männer"
1986-2010 Studien-Aufenthalte in Japan und Südamerika, gemeinsam mit der Ethnologin und Linguistin Friedl Paz Grünberg
2007 „Artist in Residence", Santiago de Chile/Chile
2011 Preis „Schönstes Buch Österreichs", Viel/Falten
2014 Kunstpreis des Landes Niederösterreich

Lebt und arbeitet seit 1982 im Ökotopischen Zentrum Maria Lanzendorf in Niederösterreich. Seit Ende der 1970er-Jahre bis in die Gegenwart nationale und internationale Ausstellungsaktivität, vielfach im künstlerischen Austausch mit Architektinnen, Fotografinnen oder MusikerInnen. Gestaltungsbetonte Buchprojekte begleiten oftmals seine Werkzyklen.

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Fritz Ruprechter - Zwei Grün 1+2, 2005, Aquarell gewachst auf Hartfaser

 Schloss Bruck - Museum der Stadt Lienz, Juli 2026

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MUSEUM SCHLOSS BRUCK
ZWISCHEN 1250/1277 ALS RESIDENZSCHLOSS DER GRAFEN VON GÖRZ ERBAUT, BIS ZUM AUSSTERBEN DER DYNASTIE (1500) REGIERUNGSSITZ DER LANDESFÜRSTEN (AUSNAHME 1460/62). SPÄTER UNTER DEN FREIHERREN BZW. GRAFEN VON WOLKENSTEIN-RODENEGG UND DEM KÖNIGL. DAMENSTIFT VON HALL LT.-VERWALTUNGSSITZ DER HERRSCHAFT LIENZ. 1796 MILITÄRSPITAL, SPÄTER KASERNE, SEIT 1827 IN PRIVATBESITZ (SPEDITION, BRAUEREI, GASTWIRTSCHAFT), KAUF, RESTAURIERUNG UND ADAPTIERUNG ZUM BEZIRKSHEIMATMUSEUM VON OSTTIROL DURCH DIE STADT LIENZ 1942/43.

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Die ältesten Funde, darunter zwei Beile aus Kupfer oder Bronze, die auf die Besiedlung der Umgebung des Schlossbergs hinweisen, sind ca. 3000 Jahre alt. Das Schloss Bruck wurde in den Jahren 1252 bis 1277 von den Görzer Grafen errichtet und diente ihnen bis ins Jahr 1500 als Wohnsitz. Als im selben Jahr der letzte Görzer Graf Leonhard von Görz kinderlos starb, fielen seine gesamten Besitzungen, darunter auch Schloss Bruck, König Maximilian I., dem späteren Kaiser zu, der es mit der Grafschaft Tirol vereinigte. Nach einer kurzen Besitzzeit durch Virgil von Graben verkaufte Maximilian am 10. August 1501 dem Freiherrn Michael von Wolkenstein-Rodenegg die Herrschaft Lienz einschließlich des Schlosses für 22.000 Gulden auf „ewige Rücklösung“. Die Freiherren blieben bis ca. 1608 im Schloss. Die Brüder Sigmund und Christoph von Wolkenstein-Rodenegg erbauten in den Jahren von 1606 bis 1608 aufgrund der Kälte im Schloss die Liebburg am heutigen Hauptplatz der Stadt Lienz als Wohnschloss. Von 1796 bis zur Besetzung der Stadt durch Truppen der Französischen Republik unter General Joubert im Jahr 1797 wurde Schloss Bruck als Kaserne genutzt. In den darauffolgenden Jahren befand es sich im Privatbesitz und diente als Gasthaus, Brauerei und Spedition. Am 13. Juni 1943 wurde im Schloss Bruck das Heimatmuseum des Bezirks Osttirol eröffnet.

 Schloss Bruck - Museum der Stadt Lienz, Juli 2026

Heute ist das Schloss ein Museum der Stadt Lienz und beherbergt viele Bilder des aus Lienz stammenden Malers Albin Egger-Lienz. Es werden immer wieder auch Kunstausstellungen und Themenausstellungen (z. B. die Landesausstellung 2000, die Osttirol, Brixen und Trentino umfasste) durchgeführt (siehe die Auswahl an gezeigten Ausstellungen unten). Die Umgebung des Schlosses mit dem malerischen Wäldchen um einen kleinen Teich nahe dem Tor ist ein beliebtes Gebiet für Spaziergänge und Ausgangspunkt vieler Wanderwege. Das Schloss ist von Mitte Mai bis Ende Oktober geöffnet. 2007 erhielt das Museum den Tiroler Museumspreis.

 Schloss Bruck - Museum der Stadt Lienz, Juli 2026



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