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Der Zentralfriedhof Graz ist der größte Friedhof in Graz. Der interkonfessionelle Kommunalfriedhof befindet sich im Eigentum der katholischen Stadtpfarre „Zum Heiligen Blut“.Die römisch-katholische Kirche zum gekreuzigten Heiland wird sie von der serbisch-orthodoxen Kirchengemeinde genutzt und ist den Slawenaposteln Kyrill und Method zugesprochen.

Das gesamte Friedhofsgelände umfasst eine Fläche von rund 25 Hektar mit
mehr als 6,5 Kilometern Wegenetz und rund 30.000 Bestatteten. Der
Friedhof ist interkonfessionell und besitzt neben der
Zentralfriedhofskirche unter anderem einen altkatholischen Teil, einen
ukrainischen Teil und Gräberfelder der Opfer beider Weltkriege.

Die römisch-katholische Kirche zum gekreuzigten Heiland befindet sich
am Grazer Zentralfriedhof. Seit Jänner 2005 wird sie von der
serbisch-orthodoxen Kirchengemeinde in Graz genutzt und ist den
Slawenaposteln Kyrill und Method zugesprochen. Die Kirche ist im 5.
Grazer Stadtbezirk Gries zu finden.

Der Sakralbau befindet sich auf dem Areal des Grazer Zentralfriedhofs
und wurde im neugotischen Backsteinstil, wie auch die übrigen Gebäude
des Friedhofs, vom Architekten Carl Lauzil entworfen. Die heutige
Kirche wurde als Einsegnungshalle konzipiert, ab 1886 errichtet und am
4. Oktober 1895 als römisch-katholische Heilandskirche gesegnet. Erst
als der Ziboriumaltar fertiggestellt war, fand am 14. Mai die
Konsekration statt. Im Jahr 1918 wurde die Einsegnungshalle zur Kirche
zum gekreuzigten Heiland umbenannt und ab 1939/40[1] zeitweise in den
Rang einer selbständigen Pfarrkirche erhoben. 1996 wurde die
Pfarrgemeinde aufgelöst, der Pfarre Graz-St. Johannes unterstellt, und
die Kirche der Serbisch-Orthodoxen Diözese für Mitteleuropa für die
Steirische Kirchengemeinde zur Verfügung gestellt. Am 5. Jänner 2025
endete der Nutzungsvertrag. Das Bauwerk ist weiterhin im Besitz der
römisch-katholischen Kirche und wird für verschiedene Feiern, speziell
für Requien, benutzt.

Markant für das Sakralgebäude, das in der Mittelachse des
Zentralfriedhofs gelegen ist, ist der fast quadratische Grundriss und
die mächtige zweischalige Kuppel, die von zwei kleineren Kuppeln
flankiert wird. Der Zentralbau ist im Süden und Norden durch
Arkadengänge mit dem Einsegnungs- und Aufbahrungssaal verbunden. In die
Seitenmauern sind monumentale Radfenster eingelassen. Im Inneren des
Rohziegelbaus schmücken die vier Evangelisten den Übergang zur Kuppel.

Am Hochaltar befindet sich eine Darstellung des Erlösers. Das Ziborium
befindet sich unterhalb der Kuppel und ist aus hellem Sandstein
gefertigt.

Nach mehr als 100 Jahren waren an dem Backsteinbau zahlreiche Schäden
durch Frost und winterliche Witterung entstanden, weshalb die Fassade
umfassend restauriert werden musste. Die Arbeiten, „für die es
zahlreiche Gewerke brauchte, vom Steinmetz über Stuck- und
Putzspezialisten, bis hin zum Bildhauer, Tischler und Maurer“ wurden im
Oktober 2021 abgeschlossen.

Eine traditionsreichen Unternehmerdynastie von k. u. k. Hofsteinmetzmeistern: Familie Franz

Grabstätte von Margarethe und Ernst Schembera

Sowjetische Kriegsgräberanlage Graz
Das axial direkt hinter der Kirche angelegten Ehrenmal für "Soldaten
und Bürger der ehemaligen Sowjetunion, die durch die Auswirkungen ihr
Leben verloren haben". Hier ruhen Soldaten und Bürger der Sowjetunion, die durch die Auswirkungen des 2. Weltkrieges ihr Leben verloren haben.

Kirche zum gekreuzigten Heiland am Grazer Zentralfriedhof

Der Friedhof ist mit seinen Grabstätten von Angehörigen verschiedener
Religionen, Weltanschauungen und Nationen seit über hundert Jahren ein
Abbild der Geschichte der Stadt Graz. Die politischen Entwicklungen,
Auseinandersetzungen, Wirren und Kriege in Österreich haben ihre Spuren
hinterlassen: hier sind auch ehemalige politische Gegner bestattet, die
einander mit Waffen gegenüber gestanden sind und bekämpft haben.

Auf dem Friedhof befinden sich zahlreiche Ehrengräber der Stadt Graz
und viele kulturhistorisch wertvolle Grabdenkmäler von Künstlern wie
Hans Brandstetter, Wilhelm Gösser oder Richard Jakitsch.

Der Friedhof befindet sich im Grazer Bezirk Gries zwischen der Triester
Straße und Alten Poststraße, die für die Errichtung weiter nach Westen
verlegt werden musste. Vor der Bildung von Groß-Graz lag er am
Stadtrand nicht weit von der Maut Puntigam. Die Zufahrtsstraße von
Osten heißt nach dem Architekten Lauzilgasse. Nordwestlich des
Zentralfriedhofs – nur durch die Josef-Hyrtl-Gasse getrennt – befindet
sich der Urnenfriedhof Graz mit der Feuerhalle (Krematorium).

Kirche zum gekreuzigten Heiland am Grazer Zentralfriedhof

Seit 2009 gibt es in den Gruftarkaden des Grazer Zentralfriedhofes die
wie Engelsflügel gestaltete Urnenwand mit den bunten Glasplatten als
Nischenverschluss. Schon nach kurzer Zeit waren alle Plätze vergeben.
So begannen Überlegungen, wie und wo wir auf längere Sicht viele neue
Urnennischen errichten können, zumal die Zahl von Urnenbeisetzungen
ständig steigen.
Die Gestaltung der Friedhöfe ist ein besonderes Anliegen, dass
Urnenbeisetzungen an Orten geschehen, die architektonisch und
künstlerisch sowie in ihrer theologischen Aussagekraft so gestaltet
sind, dass sie Ausdruck unseres Glaubens an das ewige Leben sein können
und eine Atmosphäre des Friedens und der Geborgenheit in der Liebe
Gottes vermitteln.

Die Idee hat das Architektenehepaar Hofrichter-Ritter aufgegriffen und
nach Vorgabe des Feldes einen Entwurf eines „Urnenparks“ vorgelegt, das
den Wirtschaftsrat der Stadtpfarre gleich überzeugt hat. Dieser
Urnenpark entstand an einem sehr zentralen Punkt an der historischen
Achse des Ensembles am Zentralfriedhof unmittelbar hinter der Kirche
und der Aufbahrungshalle. Einen grundsätzlichen Entwurfsansatz für die
Architekten bilden die Landschaft und der Park. Dabei wird ein florales
Element, das auch in den Gestaltungselementen der Gebäude vorkommt, zum
übergeordneten Strukturelement.
Es ist ein Anliegen, von den nüchternen, steril wirkenden Urnenwänden,
die wie Baukastensysteme die Nischen unterbringen, weg zu kommen. Durch
die wie Blumenranken sich in den Park einfügenden geschwungenen
Doppelwände aus anthrazitfarbenem Sichtbeton entsteht ein Ort des
Lebens, den man begehen und an dem man einander begegnen kann. Dadurch
kann Gemeinschaft des Glaubens von Lebenden und Verstorbenen vermittelt
werden.


Hier ruhen 4208 Soldaten des 1. Weltkrieges
Dieser Friedhof wird durch die Republik Österreich, das Land Steiermark und das Österreichische Schwarze Kreuz betreut.


Den im Jahre 1934 gefallenen Helden der Pflicht
Das dankbare Vaterland



Ihre Heimat gelegentlich der Einverleibung des Burgenlandes schützend,
erlitten den Tod fürs Vaterland am 1. November 1921 bei Pinggau
Soldaten des Alpenjägerregimentes Steiermark № 9

Im Südosten existiert ein im Jahr 1961 neu gestaltetes internationales
Mahnmal zur Erinnerung an die politischen Opfer des Faschismus der
Jahre 1938 bis 1945. Es besteht aus einer 20 Meter hohen rechteckigen
Stele und einem 20 Meter überspannenden Brückenbogen, auf dessen
Scheitel eine (mittlerweile) gasbefeuerte Opferschale angebracht ist.
In einem dazugehörigen Granitblock befinden sich 400 Urnen von
NS-Opfern.

An der wettergeschützten Unterseite des Brückenbogens sind 2510 Namen
von Hingerichteten in Goldschrift eingraviert. Der Entwurf stammt
vom bekannten slowenischen Architekten Boris Kobe (1905–1981), der noch
kurz vor Kriegsende in das Lager Dachau und danach in das KZ-Außenlager
Überlingen-Aufkirch verschleppt wurde.

Mahnmal zur Erinnerung an die politischen Opfer des Faschismus der Jahre 1938 bis 1945

Mahnmal zur Erinnerung an die politischen Opfer des Faschismus der Jahre 1938 bis 1945

Kirche zum gekreuzigten Heiland am Grazer Zentralfriedhof

Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag,
kann sich gerne dieses Video antun: