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Banská Štiavnica (deutsch Schemnitz) ist die älteste
Bergstadt der Slowakei mit etwa 9000 Einwohner. 1993 wurde die Stadt
ins Weltkulturerbe-Verzeichnis der UNESCO aufgenommen. 1994 wurde der
letzte noch bestehende Bergbaubetrieb eingestellt. 2017 wurde Banská
Štiavnica der Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“ durch die
Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa verliehen.
* * *
KALVARIENBERG VON BANSKÁ ŠTIAVNICA
Dieser barocke Kalvarienberg, der auf einem steilen Hügel vulkanischen
Ursprungs liegt, zählt zu den schönsten in Mitteleuropa. Er gehört zu
den architektonischen Schätzen von Banská Štiavnica und bietet einen
atemberaubenden Blick auf das Panorama der Stadt sowie den
Štiavnica-Krater. Der Rundgang dauert etwa 1,5 Stunden. Das unterhalb
des Kalvarienbergs gelegene Besucherzentrum ist ganzjährig geöffnet.

Die einzelnen Stationen (Kapellen) sind symmetrisch angeordnet und auf
mäßig an- oder absteigenden Wegen erreichbar. Sie zeigen das Leben und
die Leiden Jesu Christi und die Leiden seiner Mutter Maria. Die
Kapellen und die Kirchen sind mit bunten Holzreliefs aus der Werkstatt
des Dionysius Stanetti (1710–1767) und Fresken des österreichischen
Barockmalers Anton Schmidt ausgestattet, die hinter Gittern geschützt
die Ereignisse szenisch darstellen. Beschriftete Tafeln geben in
Deutsch und Slowakisch kurze Erklärungen, so dass sich der Inhalt der
Darstellungen leicht erschließt.
1. Kapelle Jesus verabschiedet sich von seiner Mutter: Jesus nimmt Abschied von seiner Mutter
Beurlaubung. Mein Scheiden, o Mutter! lass dir nicht fallen hart, die ganze Welf mit grosser Sehnsucht auf ihr Heil wart.

Štiavnica ist eine Stadt, die im Herzen eines gewaltigen Vulkans liegt
– eines der größten in Europa. Ein Vulkanausbruch aus den Tiefen der
Erde förderte reiche Adern aus Edelmetallen und seltenen Gesteinen
zutage und prägte damit für immer das Schicksal dieser Region. Einst
unter den Namen Schemnitz und Selmecbánya bekannt, erlangte die Stadt
in ganz Europa Berühmtheit. Über Jahrhunderte hinweg war Štiavnica –
auch als „Silberstadt“ bezeichnet – die ergiebigste Quelle für Silber
und Gold in Europa. Sie war eine Wiege technischer Innovationen, die
von hier aus in die ganze Welt gelangten, und galt zudem als das
bedeutendste Zentrum für technische Ausbildung ihrer Zeit.

Willkommen auf dem KALVARIENBERG von Banská Štiavnica
Der Kalvarienberg stellt die Geschichte des letzten Weges Jesu dar. Er
wurde als eine sorgfältig konzipierte Synthese aus Architektur,
Bildhauerei, Malerei und Handwerkskunst errichtet, die harmonisch in
die natürliche Landschaft eingebettet ist. Die Initiative zum Bau des
Kalvarienbergs ging von Pater František Perger (1700–1771) aus, der der
örtlichen Jesuiten-Gemeinschaft angehörte. Der Grundstein wurde am 14.
September 1744 auf dem Scharffenberg (Ostrý vrch) gelegt. Sieben Jahre
später war die Anlage fertiggestellt und wurde geweiht.

Dieser barocke Architekturkomplex umfasst 17 Kapellen, drei Kirchen
(die Untere Kirche, die Kapelle der Heiligen Treppe und die Obere
Kirche) sowie die *Ecce-Homo*-Kapelle und die Kapelle des Heiligen
Grabes. Die Erzählung der Passion Jesu findet ihren Höhepunkt auf der
linken Seite des Areals, wo das Gelände steil zur Oberen Kirche
ansteigt, in der die Kreuzigung dargestellt ist. Auf der rechten Seite
des Komplexes säumen sieben Kapellen, die die „Sieben Schmerzen
Mariens“ thematisieren, den Rückweg.
Im Jahr 1951 wurde der Kalvarienberg verstaatlicht, und religiöse
Aktivitäten wurden eingeschränkt. Trotz einer Teilrestaurierung, die
zwischen 1978 und 1981 unter der Leitung von Pater Karol Benovic aus
der örtlichen Kirchengemeinde durchgeführt wurde, verfiel die
bedeutende Anlage zusehends.
* * *
UNTERKIRCHE – KAPELLE DES HEILIGSTEN HERZENS JESU
In Kapelle 4 befand sich das Altarretabel des Heiligsten Herzens Jesu,
das aus einem Altarstein und einem darüber angebrachten Aufbau bestand.
Der Altaraufbau war in Form des Heiligen Grabes gestaltet, versehen mit
einem vergoldeten Rokoko-Rahmen (Rocaille-Rahmen) und einer Skulptur
des Leichnams Jesu. Der Anblick des toten Leibes Jesu erinnert uns an
sein Wort: „Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer
aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert,
der wird es retten.“ (Mk 8,35)
Über dem Grab befand sich ein großes, vergoldetes Herz mit einer
Dornenkrone – das Herz als Quelle des Lebens. An den Seiten befanden
sich Schnitzfiguren anbetender Engel. Von den genannten Bestandteilen
des Altars sind heute nur noch der Altarstein, das Grab mit dem
Rokoko-Rahmen sowie das Herz erhalten; die Schnitzfiguren wurden
gestohlen. In der Kapelle sind zudem barocke Fresken erhalten, die das
Erscheinungsbild des Altars bereichern.

Im Laufe der Zeit verschlechterten sich die Fassaden erneut; einige der
künstlerischen Elemente und Ausstattungsgegenstände wurden gestohlen,
andere fielen Vandalismus zum Opfer. Die ursprünglichen Kunstwerke des
Kalvarienbergs – darunter Holzreliefs und Statuen – wurden nach und
nach in Sicherheit gebracht. Seit 2007 sind sie im Rahmen der
Ausstellung „Kalvarienberg im Exil“ (*Kalvária v azyle*) im Alten
Schloss öffentlich zu sehen. Dank des Einsatzes lokaler Aktivisten
wurde die Kalvarienberg-Anlage Anfang 2007 in eine Liste der 100 am
stärksten gefährdeten Kulturerbestätten weltweit aufgenommen. Dies
stieß ein umfassendes Restaurierungsprojekt an, dessen erste Phase im
Oktober 2018 abgeschlossen wurde. Angesichts der Lage des Ortes und der
rauen klimatischen Bedingungen sind jedoch eine kontinuierliche
Instandhaltung sowie weitere Investitionen erforderlich. Die
Restaurierungsarbeiten dauern derzeit an; der Schwerpunkt liegt dabei
auf den künstlerischen Elementen, wie etwa Fresken, Altären und
skulpturalen Verzierungen.
* * *
UNTERKIRCHE – KAPELLE DES SCHMERZHAFTEN HERZENS DER JUNGFRAU MARIA
Der 6. Altar in der Kapelle ist dem schmerzensreichen Herzen der
Jungfrau Maria gewidmet. In der Grotte befand sich einst eine Statue
der heiligen Maria Magdalena. Von dem ursprünglichen Pietà-Altar ist in
der Kapelle nur noch der Unterbau erhalten – bestehend aus Altarstein,
Baldachin und einer symbolischen Grotte mit einer Rocaille-Rahmung. Die
zentrale Figurengruppe – der Leichnam Jesu im Schoß seiner Mutter sowie
die in der Grotte liegende Maria Magdalena – fehlt heute. Maria
Magdalena, die mit einem Kreuz in der Hand über einem Totenkopf – einem
Symbol der Vergänglichkeit – dargestellt ist, verkörpert die Büßerin:
„Ihre vielen Sünden sind ihr vergeben, denn sie hat viel geliebt.“
(Lukas 7,47)
Die Wände der Kapelle sind mit Fresken versehen, die die Illusion eines
dreidimensionalen Raumes erzeugen: Um den Altar herum ist eine
architektonische Kulisse mit gemalten Säulen und seitlichen Arkaden
dargestellt. Die Perspektive dieser Wandmalereien lässt den Innenraum
weitläufiger erscheinen. An der linken Wand befinden sich drei gemalte
Medaillons, die die Geburt der heiligen Jungfrau, den heiligen Ignatius
von Loyola (den Gründer der Gesellschaft Jesu) sowie die Immaculata
zeigen (letzteres Gemälde ist heute stark beschädigt und kaum noch zu
erkennen).

Östlich der Stadt befindet sich der Kalvarienberg, ein Komplex dreier
Kirchen, neunzehn Kapellen und einer Figurengruppe am und unter dem
Berg Ostrý vrch (deutsch: Scharffenberg), der im Zeitraum 1744–51 unter
einem großen Beitrag von Jesuiten entstand.

DIE HEILIGE TREPPE
Sie stehen vor der Mittelkirche, die auch als „Heilige Treppe“ bekannt
ist. Sie umfasst 34 Holzstufen, in denen ursprünglich Reliquien von
Heiligen aufbewahrt wurden. Sie sind der Treppe in der Lateranbasilika
in Rom nachempfunden – die einst aus Jerusalem dorthin gebracht wurde
–, auf der Jesus der Überlieferung nach während seines letzten Weges
gegangen sein soll.
Seit 2018 finden hier Restaurierungsarbeiten statt. Bisher wurden die
Fresken, Altarelemente, Seitengänge, die Fassade, die Treppe sowie die
Obelisken restauriert. Eine anspruchsvolle Restaurierung des Daches
steht noch bevor. Die Mittelkirche ist das einzige Bauwerk, an dem sich
noch ein Überrest der ursprünglichen Fassadendekoration erhalten hat.

OBERE KIRCHE
Die Obere Kirche ist das wichtigste Wahrzeichen des Kalvarienbergs von
Banská Štiavnica. Sie wurde 1745 erbaut. Hier finden die
Kreuzwegstationen ihren Höhepunkt: Eine markante, lebensgroße
Figurengruppe stellt den gekreuzigten Christus sowie die beiden mit ihm
gekreuzigten Männer dar.
Man nimmt an, dass sich an dieser Stelle während der türkischen
Belagerung ein Wachturm befand. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche
durch Artilleriebeschuss beschädigt. Obwohl sie mehrfach teilweise
instand gesetzt wurde, begann eine umfassende Restaurierung erst im
Jahr 2012. Die Arbeiten wurden im Oktober 2018 abgeschlossen, womit die
Hauptphase der Restaurierung des Kalvarienbergs beendet war. Weniger
als ein Jahr später fand dort erstmals seit vielen Jahrzehnten wieder
eine Heilige Messe statt.

Ausblick vom Kalvarienberg auf Banská Štiavnica

17. Kapelle Heiliges Grab hinter der Oberkirche angebaut, einzige Station auf Ostseite des Bergs
17. Station - DAS HEILIGE GRAB
Die zentrale Botschaft dieser Station findet sich oberhalb der Nische
des Heiligen Grabes, wo ursprünglich drei hölzerne Kartuschen
angebracht waren. Die mittlere trug eine lateinische Inschrift: *Passus
pro nobis mortuus et sepultus est*. Übersetzt: Er hat für uns gelitten,
ist gestorben und wurde begraben.

Grablegung Jesu - VI. Marias schmerzvoller Augenblick.
O Mutter! Lass uns die Tiefe deiner bitteren Schmerzen nachempfinden.
Der leblose Leib deines geliebten Sohnes ruhte in deinen schwachen
Armen.

Der Kalvarienberg in Banská Štiavnica, deutsch: Schemnitz, steht in
Banská Štiavnica, einer Stadt in der Slowakei. Der Kalvarienberg wurde
zwischen 1744 und 1751 gebaut. Das als Pilgerweg auf einem Berg
angelegte barocke Ensemble besteht aus 25 Stationen, dazu gehören 24
Kapellen, 2 Kirchen, die Heilige Stiege und die Statuengruppe der
Schmerzensmutter unter dem Kreuz. Zusammen mit der historischen
Altstadt und technischer Bergbauanlagen in der Umgebung ist er Teil
einer UNESCO-Welterbestätte in der Slowakei.
Die Achse von unten (Schmerzensmutter unter dem Kreuz) bis oben (Deutsche Kirche)

Die barocke Anlage wurde nach einer Idee und auf Initiative des
Jesuitenpriesters Franz Perger auf dem erloschenen Vulkankegel
Scharffenberg (Ostrý vrch) in der Nähe und oberhalb der Stadt
errichtet. Schemnitz prosperierte im 18. Jahrhundert durch den Bergbau
und war damit in der Lage, den Bau finanziell zu unterstützen. Reiche
Bürger, Adlige und Beamte der kaiserlichen Bergbauverwaltung spendeten
Geld, und Hauer leisteten praktische Handarbeit beim Bau. Die Kapellen
der Anlage zeigen an ihren Fronten die Wappen der Spender, z. B. von
Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen, der am Dreifaltigkeitsfest 1751
den Berg besuchte. Am 14. September 1744 wurde der Grundstein gelegt
und mit dem Bau der Oberkirche begonnen. Für die Verwaltung und Pflege
wurde ein Fonds (Kalvarienfonds/Kalvársky fond) eingerichtet.
Der Kalvarienberg war die folgenden 200 Jahre lang ein beliebter
Pilgerort. Diese Funktion verlor er ab 1951, da die kommunistische
Regierung in diesem Jahr den Kalvarienfonds verstaatlichte und das
Pilgern, das schon ab 1948 eingeschränkt wurde, gänzlich verbot. Der
Verfall der Anlage setzte ein. Vandalismus und Kunstraub trugen auch
nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Diktatur 1990 zum weiteren
Verfall bei. Erst 2007, mit der Aufnahme in die Liste der 100
meistgefährdeten Denkmäler der Welt durch den World Monuments Fund,
wurde mit der Rettung, dem Wiederaufbau begonnen. Der Kalvarienberg ist
heute ein beliebtes touristisches Ausflugsziel. Es finden dort
regelmäßig Wallfahrten, Heilige Messen und kulturelle Veranstaltungen
statt.

KOSTOL NANEBOVZATIA PANNY MÁRIE (KIRCHE MARIA HIMMELFAHRT)
Die Kirche wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts von den Dominikanern
errichtet; ihr angeschlossen war ein Kloster mit einem weitläufigen
Garten. Mit dem Bau dieser Kirche hielten erstmals Kreuzrippengewölbe
in unserem Gebiet Einzug.

Die Innenausstattung der Kirche stammt größtenteils aus einer späteren
Zeit. Der Hauptaltar – ein klassizistisches Bauwerk mit Säulen – wurde
1811 errichtet. Das Altarblatt, das die Himmelfahrt Mariens darstellt,
stammt von dem Wiener Künstler Vincent Fisher. Die dem heiligen Franz
Xaver und dem heiligen Ignatius von Loyola gewidmeten Altäre sind
älter; sie stammen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und sind
im Barockstil gehalten. Die Seitenaltäre des heiligen Josef und des
heiligen Johannes von Nepomuk datieren aus dem ersten Viertel des 19.
Jahrhunderts. Zu den ältesten Ausstattungsstücken der Kirche zählt ein
spätgotischer Taufstein. Bemerkenswert sind zudem drei barocke
Beichtstühle aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Das
Kirchengestühl stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert. Ebenfalls
beachtenswert ist das Chorgestühl (*stallum*) im Presbyterium; dessen
Rückwand zeigt ein Relief, auf dem Bergleute dem heiligen Michael ihre
bergmännischen Insignien darbringen. Tatsächlich wurden sowohl der
Hauptaltar als auch das *stallum* von Bergleuten aus dem Michal-Stollen
in Auftrag gegeben.

Seit mehr als acht Jahrhunderten ist die Pfarrkirche das geistige Herz
von Banská Štiavnica. Die romanische dreischiffige Basilika ist das
älteste sakrale Bauwerk der Stadt und dient den Gläubigen bis heute.
Gemeinsam mit dem ehemaligen Dominikanerkloster bildete die Kirche
nicht nur das religiöse, sondern auch das kulturelle und
bildungsgeschichtliche Zentrum der Stadt. Über Jahrhunderte hinweg bot
der Klosterkomplex Kranken und Bedürftigen Zuflucht und stellte damit
eine wichtige Stütze für das Leben der örtlichen Gemeinschaft dar.
Dank schrittweiser Umbauten entwickelte sich die Kirche zu einer wahren
Galerie architektonischer Stile und Formen; hier kamen die Bewohner von
Banská Štiavnica mit den fortschrittlichsten architektonischen und
künstlerischen Strömungen ihrer Zeit in Berührung. Die alten Mauern der Kirche sind eine lebendige Chronik, die die
Geschichte der ältesten Bergbaustadt der Slowakei bewahrt und
widerspiegelt.

Die Pfarrkirche in Banská Štiavnica zählt zu den ältesten sakralen
Bauwerken der Slowakei. Ihre Ursprünge reichen bis in die Mitte des 13.
Jahrhunderts zurück; ursprünglich war sie dem heiligen Nikolaus geweiht
und wurde später den Dominikanern übergeben. Experten vermuten jedoch,
dass sie von den Benediktinern errichtet worden sein könnte – jenen
geschickten Baumeistern und Bergbauunternehmern, die in dieser Region
tätig waren.
Die ursprüngliche romanische Basilika verfügte über einen monumentalen
Innenraum, der bis zu tausend Menschen Platz bot, einen kreuzförmigen
Grundriss sowie einen reichen steinernen Bauschmuck. Im 16. Jahrhundert
kamen kunstvolle gotische Portale und Fensterrahmen aus Stein hinzu –
das Werk versierter Steinmetze.

Im Laufe der Zeit unterlag das Bauwerk den jeweiligen historischen
Gegebenheiten. Als die Region von den Osmanen bedroht wurde, diente die
Kirche als Festung; während der Reformation wurde sie von den
Evangelischen genutzt. Eine neue Blütezeit erlebte sie unter den
Jesuiten, die die Kirche der Aufnahme Mariens in den Himmel weihten und
sie mit prachtvollen Barockaltären ausstatteten. Im Jahr 1780 wurde die
Kirche zur Pfarrkirche erhoben.
Nach einem Großbrand in der Nachbarschaft im Jahr 1806 wurde die Kirche
im klassizistischen Stil nach einem Entwurf des Wiener Architekten
Jozef Thalherr wiederaufgebaut. Die elegante Fassade und der
lichtdurchflutete Innenraum verbergen heute geschickt alte romanische
Mauern, wodurch die Kirche zu einer der am besten erhaltenen
romanischen Basiliken in der Slowakei zählt.

DIE AKADEMIE UND DER BOTANISCHE GARTEN (AKADÉMIA A BOTANICKÁ ZÁHRADA)
Mitte des 18. Jahrhunderts war Banská Štiavnica das bedeutendste
europäische Zentrum für Bergbau und Hüttenwesen. Im Jahr 1763 wurde
hier die weltweit erste technische Hochschule – die Bergakademie –
gegründet, an der Hunderte hochqualifizierter Fachleute ausgebildet
wurden. Sie ist von einem botanischen Garten umgeben, in dem unter
anderem Mammutbäume, Japanische Zedern und weitere exotische Baumarten
zu finden sind. Diese grüne Lunge der Stadt lädt zum Entspannen ein.

Botanischer Garten Banská Štiavnica (Botanická záhrada Banská Štiavnica)

Berufsbildende Schule für Forstwirtschaft (Stredná odborná škola lesnícka)

Andreja Kmeťa, Banská Štiavnica, Slowakei

KOSTOL SV. KATARÍNY (KIRCHE DER HEILIGEN KATHARINA) -
Kirche der Hl. Katharina in der Innenstadt
Die Kirche, ein schönes Beispiel spätgotischer Architektur, stammt aus
dem Jahr 1491 und zeichnet sich durch ein elegantes Sternrippengewölbe
sowie zahlreiche herausragende steinerne Details aus. Im Altarraum
haben sich Fragmente eines Wandgemäldes erhalten, das das Jüngste
Gericht darstellt.
Links daneben das Rathaus (Radnica)

Staatsarchiv (Slovenský banský archív)

Das Rathaus von Banská Štiavnica ist ein bedeutendes historisches
Gebäude am Rathausplatz, unweit der Katharinenkirche. Seine Geschichte
reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück, als an dieser Stelle ein
einstöckiges gotisches Haus, die sogenannte „Stuba Preatoriana“ oder
„Stuba Judicis“, stand, das als Versammlungsort des Stadtrats diente.
1488 wurde dieses Gebäude erweitert und um ein Stockwerk ergänzt.
Das Rathausgebäude wurde im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut, wobei es
seinen Renaissance-Charakter mit barocken Elementen bewahrte. Sein
Uhrturm ist von vielen Teilen der Stadt aus sichtbar. Eine
Besonderheit: Die Zeiger der Uhr sind vertauscht – der große Zeiger
zeigt die Stunden, der kleine die Minuten an. Das Rathaus dient derzeit
als Sitz der Stadtverwaltung von Banská Štiavnica. Das Rathaus ist
eines der bedeutendsten Denkmäler von Banská Štiavnica und bildet
zusammen mit seiner Umgebung einen integralen Bestandteil der
historischen Altstadt, die zum UNESCO-Welterbe gehört.

Die Jungfrau Maria (die Unbefleckte) - Panna Mária (Immaculata)
Im 16. Jahrhundert wurde die St.-Anna-Kapelle am Rathaus angebaut, die jedoch im
18. Jahrhundert abgerissen wurde. Heute steht an ihrer Stelle eine
Marienstatue.

STARÝ ZÁMOK (ALTE BURG)
Ursprünglich eine romanische Basilika aus dem 13. Jahrhundert, wurde
sie während der Zeit der türkischen Überfälle zu einer Festung
umgebaut. Heute beherbergt sie ein Museum mit einer Ausstellung zur
Frühgeschichte der Region, einer Sammlung von Schießscheiben, einer
Pfeifenmacherwerkstatt sowie einer Ausstellung unter dem Titel
„Kalvarienberg im Exil“. Der Turm bietet einen eindrucksvollen Blick
auf die Stadt.

Das Alte Schloss (slowakisch Starý zámok), auch als Stadtburg Banská
Štiavnica (slowakisch Mestský hrad v Banskej Štiavnici) bezeichnet, ist
eine Festung in der mittelslowakischen Stadt Banská Štiavnica
(Schemnitz). Es liegt in der Stadtmitte am Hang des Bergs Paradajs auf
ungefähr 630 m n.m. und entstand gegen die Wende des 15. und 16.
Jahrhunderts durch Umbau und Befestigung der vorherigen Pfarrkirche.
Das Schloss ist eine der Dominanten der Stadt und Sitz des Slowakischen
Bergwerkmuseums.

Da die Festung nach dem Umbau im 16. Jahrhundert weder von osmanischen
noch von anderen Truppen angegriffen wurde, blieb sie, abgesehen vom
Eingangsturm, im ursprünglichen Zustand. Heute beherbergt die Festung
das Slowakische Bergbaumuseum mit archäologischer Ausstellung, einen
Nachbau eines spätgotischen Altars von Meister M S, Pfeife- und
Schmiedewerkstatt, Uhrenausstellung, Ausstellungen der Barockplastik
und Schützenscheiben sowie einer mittelalterlichen Folterkammer.

NEUE BURG (NOVÝ ZÁMOK)
Dieses sechsgeschossige Gebäude ist ein prägendes Element der
Stadtsilhouette. Es wurde 1571 als Festung und Wachturm zur Abwehr der
Osmanen errichtet. Heute beherbergt es eine Ausstellung über die Kämpfe
gegen die Osmanen – unter anderem mit einer Waffensammlung – und bietet
einen einzigartigen Blick auf die Stadt.

Von der Stadtburg Banská Štiavnica (Mestský hrad v Banskej Štiavnici) hat man gute Sicht zum Kalvarienberg von Štiavnica (Štiavnická kalvária).

Das Alte Schloss dokumentiert die Stile von Gotik, Rennaisance und
Barock. Die Geschichte vom Baukomplex des Schlosses beginnt am Anfang
des 13. Jahrhunderts mit dem Zeitraum der Pfarkirche der Jungfrau Maria
mit einem Friedhof. Später wurde die Bestattungfkapelle vom St. Michael
mit einem Karner zugebaut. Die Kirche wurde vom Brand im Jahre 1442 und
vom Erdbeben im Jahre 1443 beschädigt. In den Jahren 1497 - 1515 wurde
sie zur gotischen Kirche umgebaut; im Rahmen dieser Bauetappe wurde das
Befestigunswerk erhöht. In das Befestigungswerk wurden neben neuen
halkeisigen Basteien auch zwei ältere turmartige Bauten Himmelreich und
Eintrittsturm (Glockenturm) - eingegliedert. Nach der Niederlage der
ungarischen Armee von den türkischen Heeren, am 29. August 1526,
entstand eine reale türkische Bedrohung. Damit hing der Aufbau der
Verteidigungssysteme zusammen.
Das führte in den Jahren 1546 - 1559 zum Umbau des sakralen Objektes zur gegentürkischen Festung.
Aus dem mittleren Schiff, nach der Beseitigung des Gewölbes, entstand
der innere Hof. In den Nebenschiffen wurden einzelne Stockwerke
ausgemauert. Die Erdgeschossräume dienten als Küche und Lager für
Lebensmittel und Waffen. Im Erdgeschoss des Presbyteriums wurde eine
Kapelle geschaffen. Die Säle auf den Stockwerken dienten als
Wohnungsräume für die Garnison des Alten Schlosses (50 60 Männer). Der
einzige Entritt in diesen Raum war der Nebeneingang der Kirche, der von
einem Fallgitter geschützt wurde. Der Haupteingang wurde zugemauert.
Später diente das Objekt als Lager, Stadteislager, Archiv, Bücherei,
Turnhalle u ä. Am 1. Juli 1900 wurde in den Räumen des Alten Schlosses
das Stadtmuseum geöffnet.
Im inneren Gelände verdient eine Bronzestatue von „Honvéd" (ungarischen
Revolutionssoldat) die Aufmerksamkeit. Die Statue wurde vom Auftrag der
Banská Štiavnicaer Bürger im Jahre 1899 angefertigt. Sie wurde vor das
Mundloch des Stollens Glanzenberg als ein Denkmal der Freiheitskämfe in
den Jahre 1848-1849 platziert. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts
wurde sie in das Alte Schloss platziert. Die Kanone zum
Auseinandertreiben der Wolken hat Július Sokol aus Banská Štiavnica in
den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts hergestellt. Sie dient als eine
Requisite während der „Salamander - Züge".

Steinerne Barockstatuen: Die Ausstellung der Barockplastik befindet
sich in den Räumen der militärischen Kapelle (vor dem Umbau im 16.
Jahrhundert dienten die Räume als Kirchenpresbyterium) und präsentiert
hauptsächlich die Barockstatuen aus der Säule der Heiligen
Dreifaltigkeit auf dem Dreifaltigkeitsplatz (Nám. Sv. Trojice). Zum
Aufbau der Pestsäule verpflichtete sich der Bürgermeister nach der
Beendigung der Pestepidemie in den Jahren 1706 - 1711. Die erste Säule
war einfach, aber im Jahre 1755, nach dem kaiserlichen Besuch, begann
die Vorbereitung des Aufbaus einer grandiosen Statuengruppe nach den
Wiener Vorbildern. Der Projektant des Werkes war Dionysios Stanetti;
Steinmetzarbeiten besorgte Karl Holzknecht.
Die einzelnen Statuen sind 230 cm hoch und 2 Tonnen wiegend; sie
stellen die Schutzpatrone der Bergleute und Pestschutzpatrone - St.
Franz Xaver, S t. Rochus, St. Katharina, St. Joseph, St. Barbara, St.
Sebastian uns St. Rosalia (eine liegende Statue) dar. In den Jahren
1978 - 1981 wurden sie durch Nachbildungen aus künstlichen Stein
ersetzt. In der Ausstellung befinden sich die originellen Statuen und
einige ältere Nachbildungen. An den Wänden der Kapelle befinden sich
drei kupferne, polychromierte Barockkartuschen mit Wappen: dem Wappen
des Bergärars, dem kaiserlich habsburgischen und dem Lothringen –
toskanischen Wappen und dem Wappen der Stadt Banská Štiavnica, das zwei
Eidechsen darstellt. Das Stadtwappen entstand aufgrund einer Sage, die
das angebliche Erlebnis eines Hirten schiltert. Seine Herde weidend
habe er zwei von einem Stein heraus kriechende Eidechsen gesehen. Eine
war golden und eine silbern. Nach dem er den Stein aufgehoben hatte,
hat er Gold und Silber gefunden.

Die Kunst der Schmiede: Zu den hochentwickelten Gewerben in Banská
Štiavnica gehört das Schmiedehandwerk. Das Statut der Schmiedezunft
wurde im Jahre 1589 angenommen. Den grössten Aufschung erlebte die
Zunft während der sgn. Goldzeit von Banská Štiavnica, im 18.
Jahrhundert. Die dominanteste Persönlichkeit der Banská Štiavnicaer
Schmiedekunst war Karol Fizély. In seiner Werstätte wurden fast alle
bedeutenden Schmiedewerke in der Stadt (im Gelände der Bergakademie,
Friedhofeintrittstore, Grabkreuze, Gittertore der Häuser) geschaffen.

Die Ausstellung befindet sich auf drei Stockwerken des Nordturmes (ein
Schmiedebalg aus dem 18. Jahrhundert, Schlossererzeugnisse,
Fenstergitter, Aushängeschilder, bergmännische Anhängewaagen, Lampen,
Dachständer, usw.). Den Ausstellungsbestandteil bilden auch im Freien
installierte, geschmiedene Kreuze und Eisengusskreuze aus dem Zeitraum
vom 18. bis zum 20. Jahrhundert. Merkwürdig ist z. B. ein Grabdenkmal
von pseudogotischer Form mit fünf Eisengusssäulchen von Franz
Schillinger, einem bedeutenden bergmännischen und militärischen Arzt
aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert. Er hat eine Typhusepidemie
aufgelöst. In seinen Behandlungen widmete er sich Cholera und der
ersten Hilfe für Bergleute. Er war Begründer der medizinischen und
naturwissenschaftlichen Gesellschaft in Banská Štiavnica.

Himmelreich: Im westlichen Teil
des Befestigungswerks befindet sich ein Turm aus dem Ende des 14.
Jahrhunderts, der ursprünglich als die Wohnung des Kirchners diente. Im
16. Jahrhundert wurde er zum Stadtgefängnis und zur Folterkammer
umgebaut. Auf dem Stockwerk wohnte der Aufseher, der Verwalter des
Objektes. Die unterirdischen Räume dienten als Gefängnis und
Folterkammer für Verbrecher, Aufständler des Aufstandes der Bergleute
in den Jahren 1525-1526 und unzufriedene Bergleute des 17.
Jahrhunderts, die ihre Arbeit nicht antraten. Sie wurden einzeln in
kleinen Räumen mit dicken Mauern, kleinen Fenstern und Tonboden
geschlossen und mit Eisenfesseln gefesselt. In den alten Protokolen des
Banská Štiavnicaer Berggerichtes war die Bastei spöttisch als
Himmelreich bezeichtet, weil man tradierte, dass die hierher geratenen
Personen nur den Tod erwarten konnten.
Gegenseitig des Glockenturmeingans sich befindliche, in die Mauer eingebaute Grabsteine
1, Weisser Doppelstein (Georgius Sorau) Gottes Vermahnung (1546)
2, Platte mit dem Relief eines menschlichen Kopfes (Juraj Cerendel) Kammergraf und Bürgermeister (1479)
3, Platte mit zwei Wappen (Ján Hohel) Kammergraf und Bürger (1480)
4, Platte mit einem Knochenman mit der Sense (Erasmus Rössel) Kammergraf, Bürger, Gewerke und Bürgermeister (1520)

Große Glocke im Eingangsturm

Glockenturm mit Aussicht: Den Kern des heutigen Turmes bildet ein
spätgotischer Torturm vom quadratischen Grundriss. Das Erdgeschoß
bildete die ursprüngliche Durchfahrt, in die man aus der östlichen
Seite durch einen Portal und eine Brücke eintreten konnte. Das Interier
ist mit einem spätgotischen Netzgewölbe eingewölbt; oberhalb des
Portals befindet sich die Jahresangabe 1482. Während des
Rennaisanceumbaus wurde ein Treppenhaus zwischen den Portalen des
ersten Stockwers in der Mauer des spätgotischen westlichen Wandes
nachträglich gehaut. Im 16. Jahrhundert wurde der Turm mit dem zweiten
Stockwerk mit Schießscharten ergänzt. Im Ausstellungsraum des zweiten
Stockwerks präsentiert man die älteren Turmuhren aus den Banská
Štiavnicaer Türmen, die im 19. Jahrhundert durch neuere, modernere
ersetzt wurden. Die Barockbauetappe bildet die Beendigung der
Bauentwicklung des Turmes.
Die Burg hat die Bedeutung eines Bestandteiles der Stadtbefestigung
verloren und der Turm wurde zum Glockenturm. Die Schießscharte an der
südlichen Seite der Fassade wurde durch eine Barocksonnenuhr überdeckt.
Auf dem dritten Stockwerk gibt es drei Glocken; eine gotische, eine im
Jahre 1732 reparierte Rennaisanceglocke und eine Barockglocke aus dem
Jahre 1732. Über dem dritten Stockwerk befindet sich ein niedriges
Geschoss mit einer Uhrmaschine in der Eisengusskonstruktion mit
Messingbezahnung und Holzwalzen. Der ganze Turm wird mit dem
zwiebelformigen Kupferdach abgeschlossen.

Die Geschichte von Banská Štiavnica ist reich und umfassend. Im
Mittelalter verbargen sich hier unter dem Vulkangestein Schätze von
geradezu märchenhaftem Ausmaß. Einer Legende nach beobachtete ein
Hirte, der durch die Gegend wanderte, wie zwei Eidechsen unter einem
Stein hervorkamen – die eine war mit Silberstaub bedeckt, die andere
mit Gold. Der Hirte hob den Stein an und entdeckte das erste Silber-
und Golderz. Genau an dieser Stelle, auf dem Berg Glanzenberg, wurde
eine neue Stadt gegründet, die nach dem Hirten – sein Name war Sebenitz
– benannt wurde.

Dreifaltigkeitsplatz (Trojičné námestie) - NÁMESTIE SV. TROJICE (PLATZ DER HEILIGEN DREIFALTIGKEIT)
Der Hauptplatz der Stadt ist von Palästen im Renaissance- und
Barockstil gesäumt – den Wohnsitzen der wohlhabendsten Bürger. Den
Platz dominiert eine steinerne Pestsäule aus dem Jahr 1674, die in der
Werkstatt des Bildhauers Dionýz Stanetti entstand. Vom oberen Teil des
Platzes aus erreicht man in 15 Minuten den nächstgelegenen *Tajch* (ein
historisches Wasserreservoir) – das Reservoir Veľká Vodárenská.

BERGGERICHT UND MICHAEL-STOLLEN (BERGGERICHT A ŠTÔLŇA MICHAL)
Im ehemaligen Gebäude des Berggerichts befindet sich eine
mineralogische Ausstellung mit über 400 Mineralienarten aus aller Welt.
Auf dem Gelände liegt ein kurzer (75 m), leicht zugänglicher
Bergbaustollen, der sogenannte Michael-Stollen. Im Erdgeschoss des
Gebäudes ist zudem eine Touristeninformation untergebracht.

Banská Štiavnica war einst in vielerlei Hinsicht führend in der
technischen Entwicklung. Vor der Entdeckung Amerikas zählten die
hiesigen Bergwerke zu den bedeutendsten Silber- und Goldquellen
Europas, und die Stadt fungierte als zentraler Knotenpunkt für diesen
Wirtschaftszweig. Im Jahr 1627 wurde hier erstmals Schießpulver für
friedliche Zwecke eingesetzt; der Einsatz von Sprengstoffen bei der
Rohstoffgewinnung veränderte die Produktionsprozesse grundlegend.

Da die Gewinnung von Edelmetallen immer schwieriger wurde, gewannen
technische Fortschritte im Bergbau zunehmend an Bedeutung. Diese
Notwendigkeit löste in der Stadt einen wissenschaftlichen Aufschwung
aus. Zahlreiche Erfindungen entstanden hier, und viele Wissenschaftler
sind eng mit Banská Štiavnica verbunden. In der ersten Hälfte des 18.
Jahrhunderts entwickelte Matej Kornel Hell eine wasserbetriebene Pumpe,
während Samuel Mikovíni ein komplexes System aus Stauseen und Kanälen
entwarf, um das für den Betrieb solcher Maschinen benötigte Wasser zu
sammeln. Das technische Goldzeitalter des Bergbaus erforderte bestens
ausgebildete Fachkräfte im Ingenieurwesen. Dies führte 1762 zur
Gründung der renommierten Bergakademie – der weltweit ersten Hochschule
ihrer Art. Dort lehrten angesehene und anerkannte Professoren Fächer
wie Bergbau, Metallurgie und Forstwirtschaft.
Die Kirche der hl. Katarina von Alexandria befindet sich an einem recht
steilen Hang am unteren Ende des Dreifaltigkeitsplatzes, an der
Kreuzung der Hauptverkehrswege von Banská Štiavnica. Sie ist in
Nordwest-Südost-Richtung ausgerichtet. Ihre Lage ist dominant: Sie
befindet sich mitten im Stadtzentrum, am Schnittpunkt der beiden
bedeutendsten mittelalterlichen Straßen – heute treffen hier der
Dreifaltigkeitsplatz und die Andrej-Kmeť-Straße aufeinander.

Die St.-Katharinen-Kirche ist ein spätgotisches Gotteshaus in der
slowakischen Stadt Banská Štiavnica. Sie ist der heiligen Katharina von
Alexandrien geweiht. Der Bau wird auf die Jahre 1488 bis 1491 datiert;
die Weihe der Kirche erfolgte im Jahr 1500. Fünfzig Jahre später wurde
sie zur Pfarrkirche erhoben. Das Jahr 1491 wird zudem als Gründungsjahr
der Kirche genannt. Älteren Quellen zufolge begann der Bau bereits 1443
oder 1444 – in einer Zeit, in der die Bewohner von Banská Štiavnica
nach der Zerstörung der alten Stadt in das Gebiet der heutigen Stadt
umsiedelten. Von 1580 bis 1675, während der Zeit der Reformation,
gehörte sie zur lutherischen Kirche. Ab 1658 wurden dort Gottesdienste
in slowakischer Sprache abgehalten, weshalb sie auch als „slowakische
Kirche“ bezeichnet wird.

Die ursprüngliche Einrichtung der Kirche wurde im 18. Jahrhundert
verändert. Von den sieben barocken Altären, die damals aufgestellt
wurden, ist heute noch der Hauptaltar – ein Säulenaltar der heiligen
Katharina aus dem Jahr 1727 (restauriert 1887) – erhalten. Neben dem
Altar ist bis heute das Gemälde der Vermählung der heiligen Katharina
mit Christus erhalten geblieben, das dem Maler J. G. Grossmayr
zugeschrieben wird. Die Altarbilder wurden ursprünglich entsprechend
den liturgischen Zeiten des Jahres gewechselt. Neben den Konsolen
befinden sich Statuen der heiligen Barbara und der heiligen Margareta.
Der Hauptaltar und die Kanzel sind aus der Barockepoche. Auf dem Altar
ist das Bild der Verlobung der hl. Katharina von Alexandria der
Jungfrau Maria mit dem Jesuskind. Rechts gibt es die Statue der hl.
Margareta und links ist die Statue der hl. Barbara. An der Wand neben
dem Hauptaltar befindet sich eine Freske aus dem 15. Jh. Sie stellt das
letzte Gericht dar. Es wird vorausgesetzt, dass die Freske an allen
Wänden in der Kirche ist.

Das Kirchenschiff ist vollständig von sternförmigen Gewölben
überspannt. Diese Gittergewölbe erstrecken sich bis zu figürlichen
Kragarmen im Hauptraum. Es weist große Ähnlichkeit mit dem Gewölbe des
Kirchenschiffs der Heilig-Kreuz-Kirche in Kezmarok auf. Aufgrund dieser
Ähnlichkeit und der ähnlichen figürlichen Innenausstattung wird
angenommen, dass dieselben Steinmetze an beiden Kirchen gearbeitet
haben. Die Seitenkapellen öffnen sich durch Spitzbögen zum
Kirchenschiff hin und sind überwiegend mit sternförmigen Gittergewölben
überspannt.

Viele Elemente der Innenausstattung zeugen von der hohen
Kunstfertigkeit der Steinmetze und Zimmerleute. Besonders hervorzuheben
sind die fein gearbeiteten Details der Portale, die figürlichen
Kragarme und das reich verzierte Baptisterium. In der Hauptfassade
befinden sich drei hohe Fenster mit Buntglas. Der untere Teil ist mit
einem halben dreispitzigen Blattmaßwerk versehen.

Die Historie der Kirche betont die Statue von Madonna aus dem 16. Jh.,
die aus dem originellen gotischen Hauptaltaraltar kommt. Ihr Autor ist
Meister M.S. Gegenüber ihr befindet es sich eine Gruppe von Statuen. Es
ist die hl. Anna mit der Jungfrau Maria aus dem 19. Jh. In der Kirche
gibt es fünf Seitenkapellen. Jede Kapelle gibt es verschiedene Muster
von Gewölben und Steinverzierung von Fenstern.
In der ersten Kapelle befindet sich der Pieta-Altar. Auf dem Gemälde
sehen wir die hl. Elizabeth von Ungarn, die gleichzeitig auch mit dem
hl. Emrich an der Vitrage dargestellt ist.
Der nächsten Kapelle dominiert der Altar des hl. Johannes des
Evangelisten. Das Gemälde aus dem Ende des 19. Jh. stellt die Verkündig
von der Jungfrau Maria dar. Aus der Vitrage wird die Offenbarung der
Rosenkranzmadonna dem hl. Dominik abgebildet.
In der dritten Kapelle ist der Altar des Gottesherzens. Die Vitrage
stellt die hl. Dreifaltigkeit dar. Auf dem Bild ist kleiner Johannes
der Täufer dargestellt. Hier befindet sich der Steintaufbecken aus dem
15. Jh. Es ist einer der bedeutendsten Bestandteile der Kirche.
In der vierten Kapelle ist der Altar des hl. Ignac von Loyola. Die
Vitrage stellt die Verkündigung der Jungfrau Maria dar. Hier befinden
sich auch das Bild der Geburt von Anton Schmidts aus dem 18. Jh.
Der Altar in der letzten Kapelle ist dem hl. Johann von Nepomuk geweiht. Die Vitrage bildet den hl. Georg und den hl. Ambros ab.
Die Kapelle der Jungfrau Maria von Lourdes passt architektonisch nicht
zu fünf anderen Kapellen. Dieser Raum sollte als nächster Eingang in
die Kirche dienen. Gegenüber, neben dem Eingang in die Kirche, ist ein
Kruzifix aus dem 15. Jh. Die Vitrage stellt den hl. Josef, das
Jesuskind und den hl. Johannes den Täufer dar.
Der Renaissancevorraum wurde im Jahre 1555 gebaut, als die Kirche zur
Pfarrkirche wurde. Hier befindet sich das Barockbild der Kreuzigung aus
dem 18. Jh. Der zweistöckige Chor und die Orgel von Werkstatt Riegers aus Budapest hergestellt sind aus dem Ende des 19. Jh.

Die Kirche ist ein spätgotischer, einschiffiger Bau. Die polygonale
Kapelle geht nahtlos in das Kirchenschiff und die westliche Empore
über. Charakteristische spätgotische Strebepfeiler sind in die
Gesamtstruktur integriert. Zwischen diesen Pfeilern, an der Nordseite
des Kirchenschiffs, sind drei gotische Kapellen eingefügt. Neben dem
Chor (Presbyterium) schließt sich die Sakristei an. Der mehrgeschossige
Bereich in der südwestlichen Ecke des Kirchenschiffs diente im unteren
Teil ebenfalls als Kapelle; im Obergeschoss befindet sich die Empore,
die einen direkten Zugang von außen ermöglicht. Der Raum ist mit
Tonnengewölben und Stichkappen (Lunetten) gedeckt.
Unter der Kirche liegt eine Krypta, in der Bürgermeister und bedeutende
Bürger der Stadt bestattet wurden. Das ursprüngliche Eingangsportal
befindet sich an der Westfassade; in den oberen Ecken sind figürliche
Konsolen angebracht. Über dem Portal ist das Stadtwappen aufgemalt,
versehen mit der Jahreszahl 1555 (dem Jahr, in dem die Kirche zur
Pfarrkirche erhoben wurde). Im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts
wurde die barocke Kapelle des heiligen Johannes von Nepomuk an die
Kirche angebaut. Ihre pastellviolette Farbgebung lässt die Kapelle wie
ein kleines Juwel vor den monumentalen grauen Mauern der Kirche
hervorstechen. Aus der ursprünglichen gotischen Ausstattung sind ein
wertvolles, reich
verziertes steinernes Taufbecken aus dem 16. Jahrhundert sowie ein
Kreuz aus dem 15. Jahrhundert erhalten geblieben. Die bis heute
bewahrte Marienfigur ist eine sehr wertvolle Holzskulptur aus dem Jahr
1506, die ursprünglich vom Hauptaltar stammte.

Das Wandgemälde, das das Jüngste Gericht darstellt und sich an der
Südwand des Chorraums befindet, ist das kostbarste Stück dieser Kirche.
Es entstand durch eine Kombination zweier Maltechniken: Freskomalerei
und Seccomalerei. Die Szene beginnt im Gewölbe, wo Christus als Erlöser
der Welt dargestellt ist. In dem durch die Gewölberippen gegliederten
Bereich erscheint Christus erneut; er sitzt auf einem Regenbogen, wobei
seine Füße auf dem Erdball ruhen. Neben ihm sind die Jungfrau Maria und
der Evangelist Johannes abgebildet. Unter ihnen befindet sich eine
Gruppe stehender und sitzender Menschen. Es ist anzunehmen, dass es
sich um die zwölf Apostel handelt, doch aufgrund des schlechten
Erhaltungszustands des Gemäldes lassen sich die Figuren nicht mehr
eindeutig identifizieren. Unterhalb dieser Szene ist die Seelenwägung
dargestellt, bei der der Erzengel Michael gegen den Teufel kämpft. Auf
der linken Seite ziehen die Erlösten in Richtung Himmelspforte,
begleitet von einem Chor aus Engeln. Auf der rechten Seite ist eine
Menschenmenge zu sehen, die von Teufeln vorangetrieben wird –
vermutlich in den Schlund des Leviathans. Die Teufel tragen Fahnen mit
Tierdarstellungen, die für die sieben Todsünden stehen. Das Wandgemälde
wurde während der letzten Restaurierung der Kirche in den Jahren
1971–1973 entdeckt. Man geht davon aus, dass es ursprünglich auch die
anderen Wände bedeckte. Es ist das größte Werk seiner Art in der
Slowakei.

Die Fenster der Kapellen sind mit farbenprächtigen Glasmalereien
geschmückt. Der untere Teil ist in vier Abschnitte unterteilt, die mit
Glasmalereien christlicher Szenen gefüllt sind. An den oberen Teil des
Fensters schließt sich das dreispitzige, halbe Blattmaßwerk an. In der
Mitte befindet sich ein vierspitziges Blattmaßwerk, flankiert von
Flammenmaßwerk. Einige Teile der Fenster stammen aus dem Jahr 1894, die
farbenprächtigen Glasmalereien der Kapellen aus dem Jahr 1907.

Das Andrej-Kmet-Denkmal in
Banská Štiavnica ist nicht nur ein interessantes Kunstwerk, sondern
auch ein bedeutender Ort, der an einen der herausragendsten
slowakischen Gelehrten und Sozialreformer erinnert. Das Denkmal zeigt
Andrej Kmet – einen Archäologen, Botaniker, Ethnografen und Priester,
der auch als „slowakischer Schliemann“ bekannt ist. Die 1938 von
František (Fraň) Gibala geschaffene Skulptur zeichnet sich durch ihre
reiche Symbolik aus: Das Buch verweist auf Kmets wissenschaftliche
Arbeit, die Rose auf seine botanischen Errungenschaften und die Urne
auf sein archäologisches Interesse. Das Denkmal befindet sich in der
Kammerhofská-Straße im historischen Zentrum von Banská Štiavnica, das
zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Die St.-Katharinen-Kirche (Kostol sv. Kataríny) in Banská Štiavnica ist
ein wunderschönes historisches Wahrzeichen, das den Charme des
Mittelalters und die Atmosphäre des alten Štiavnica widerspiegelt.

Námestie sv.trojice

Das Alte Schloss in Banská Štiavnica (Starý zámok v Banskej Štiavnici)

Kalvarienberg von Štiavnica (Štiavnická kalvária)

Radničné námestie, Banská Štiavnica, Slowakei

Goldene Salamander (Zlatá salamandra)
Ein Kunstwerk in der Nähe des Rathauses, das die Geschichte von Banská
Štiavnica darstellt. Die Skulptur zeigt wichtige Persönlichkeiten aus
dem Stadtleben und enthält auch Eidechsen aus der Gründungslegende der
Stadt.

Radničné námestie und Námestie svätej Trojice, Banská Štiavnica

Rathaus (Radnica), St.-Katharinen-Kirche (Kostol sv. Kataríny), Dreifaltigkeitssäule (Morový stĺp)
Radničné námestie und Námestie svätej Trojice, Banská Štiavnica

Dreifaltigkeitssäule von Banska Stiavnica (Morový stĺp v Banskej Štiavnici)

St.-Katharinen-Kirche (Kostol sv. Kataríny) und Rathaus (Radnica) am Námestie svätej Trojice, Banská Štiavnica;
Im Hintergrund am Hügel Neues Schloss Schemnitz (Nový Zámok).

Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag,
kann sich gerne dieses Video antun: